Neues Kapitel in alten Mauern

Ruine und BrunnenschaleBildansicht vergrößern

Wo immer Zisterzienser Klöster bauten, verwandelten sie Wälder und Sümpfe in fruchtbares Land und brachten Zivilisation und Fortschritt. Das geschah am Ende des 12. Jahrhunderts auch an einer sanften Biegung der Freiberger Mulde, als die arbeitsamen Mönche dieser Kongregation jenes Gebiet im Sächsischen Burgenland urbar machten.

Kräutergarten im SommerBildansicht vergrößern

Mehr als drei Jahrhunderte lang wirkten die Brüder aktiv an der Entwicklung der Region mit und halfen mit ihrem Wissen beim Erblühen des Landstrichs. Die Mönche verschwanden zwar im Zuge der Reformation des frühen 16. Jahrhunderts, der kulturelle Geist des Klosters St. Marien aber ist nach fast einem halben Jahrtausend ausschließlich landwirtschaftlicher Nutzung wieder in den uralten Mauern eingekehrt.

geschmückte GutskapelleBildansicht vergrößern

Der Leitspruch der Zisterzienser »Porta patet cor magis – Das Tor steht offen, das Herz noch mehr« bekommt eine neue Bedeutung, wenn heute auf dem imposanten Klostergelände Märkte, Feste, Konzerte und Bildungsveranstaltungen stattfinden. Liebevoll und aufwändig angelegte Themengärten laden dazu ein, sich selbst ein Bild von der täglichen Arbeit der Mönche zu verschaffen. Gutskapelle, Kapitelhaus mit Necessarium, Abthaus und weitere zum Teil noch vollständig erhaltene Zeugnisse der Baukunst des Hochmittelalters tragen zusätzlich dazu bei, der neuen Funktion von St. Marien als kulturhistorisches Zentrum für die Region Rechnung zu tragen. Buch lebt – und vielleicht hatten die Zisterzienser sich einst den Himmel genau so vorgestellt.

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