Datenchip statt Schlüsselbund
Handwerkliches Geschick und Freude am Ungewöhnlichen – die Hausmeister der SBG gGmbH machen keinen Dienst nach Vorschrift.

Bevor die ersten Mitarbeiter auf Burg Mildenstein eintreffen, hat Hausmeister Michael Reul bereits rund 50 Türen und Tore auf der Burg Mildenstein aufgeschlossen. Dass der Schlüsselbund der elektronischen Schließanlage weichen musste, ist kein Problem für den gelernten Elektroinstallateur. Die 1000-jährige Burg stellt auch alterstypische Anforderungen und Fragen an seinen Arbeitsplatz. Wo liegen die Elektroleitungen oder Steckdosen? Wie kommt die neue Glühbirne in Deckenlampe in fünf Metern Höhe? Passen die neuen Museumsvitrinen durch die niedrigen mittelalterlichen Türstöcke und Wendeltreppen? 

Berufsbild Hausmeister/-in: Kreativität trifft Pragmatik
Bei Bedarf zimmert Michael Reul einen großen Holzverschlag für die riesige Leiter des Kornbodens oder tüftelt am Bau eines neuen Transportwagens. Sein Einsatz ist auch gefragt, wenn er beim Kulissenaufbau des Burgtheaters hilft, Veranstaltungen mit Tischen und Stühlen versorgt oder den großen Burghof vom Schnee befreit. 

Beruf mit Ausblick
Seinen historisch bedeutsamen Arbeitsort empfindet Michael Reul als Privileg – auch, weil er es nicht weit nach Hause zu seiner Familie hat. Als ein Blitz im vergangenen Jahr die Kassensysteme lahmlegte, war er innerhalb von zehn Minuten vor Ort und prüfte die Elektrik. Dass er mindestens ein Mal am Tag die mehr als 100 Treppenstufen des Bergfrieds erklimmen muss, stört ihn nicht. Denn die Aussichtsplattform, die weit über das Muldental blicken lässt, ist immer noch sein Lieblingsplatz auf der Burg. 

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