Politik und Botanik:

03.08.2006

Sonderausstellungen zum Jubiläum „200 Jahre Königreich Sachsen“ in Pillnitz

Am Donnerstag wurden in Schloss Pillnitz zwei  Sonderausstellungen eröffnet:

„Ein Kurfürst wird König – Die Gründung des Königreiches Sachsen vor 200 Jahren“

und

„Friedrich August der Gerechte als Botaniker“

In ihrer Begrüßung resümierte Schlossleiterin Dr. Andrea Dietrich „ erfreut  und zufrieden, dass Schloss Pillnitz  nun mit drei neuen Ausstellungen in diesem Jahr weiter an Attraktivität gewonnen hat“. Sie verwies darauf, dass im Herbst das  Thema „200 Jahre Königreich Sachsen“ vom Verein für Sächsische Landesgeschichte e.V. und dem Staatsarchiv Dresden in Zusammenarbeit mit den  Schlössern und Gärten Dresden  in einem Symposium in Pillnitz nochmals wissenschaftlich gewürdigt wird.

Für die SBG-Zentrale sprach Roland Puppe ein Grußwort.. Er nannte Friedrich August I. „den großen sächsischen Botaniker auf dem Thron, dessen wissenschaftliche Hinterlassenschaft

in der Öffentlichkeit noch lange nicht den Stellenwert erreicht hat, der ihr gerechterweise zustehen würde..“

Dr. Dorit Körner von der philosophischen Fakultät der TU Dresen sprach über „Friedrich August der Gerechte – Persönlichkeit und Regierungsmaxime“ und anschließend führte Prof. Dr. H. Walter Lack, Direktor am Botanischen Garten und Museum Berlin-Dahlem in das Thema: “Friedrich August der Gerechte und die Botanik seiner Zeit“ ein

Zum Inhalt der Ausstellungen:

Im Jahr 2006 jährt sich die Gründung des Königreiches Sachsen, das bis 1918 existierte, zum 200. Mal. Diesem denkwürdigen Ereignis der sächsischen Landesgeschichte ist eine Sonderausstellung gewidmet. Ihren Rahmen bilden die politischen Hauptereignisse jener Zeit. Dazu zählte die Niederlage der preußisch-sächsischen Truppen bei Jena und Auerstedt gegen Napoleon 1806.

Der sächsische Kurfürst Friedrich August III. trat im gleichen Jahr dem Rheinbund bei. Als Verbündeter Napoleons nahm er die Königswürde an und nannte sich nun Friedrich August I., König von Sachsen. Sein Königreich erfuhr allerdings nach der Niederlage Napoleons durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses 1815 eine schmerzhafte Verkleinerung.

Die Ausstellung bietet die seltene Gelegenheit, originale Exponate von damals zu bewundern: eine Grafik, die den reitenden Herold bei Ausrufung des Königreiches Sachsen zeigt, Briefe Napoleons an Friedrich August I., einmalige Militaria, wertvolles Sévres-Porzellan aus der Napoleonischen Schenkung und vieles andere mehr.

Friedrich August der Gerechte als Botaniker:

König Friedrich August I. von Sachsen, auch der Gerechte genannt, förderte in seiner Regierungszeit – einer wettinischen Tradition folgend – in hohem Maße Wissenschaft und Künste. Die Ausstellung erinnert speziell an den Botaniker Friedrich August I.. Der König beschäftigte sich über viele Jahre intensiv mit der Pflanzenwelt. Er trug eine beachtenswerte botanische Privatbibliothek zusammen, in der die bekanntesten Fachautoren der Zeit vertreten waren. Sein Herbarium - ausgewählte Stücke sind in der Ausstellung zu sehen - vereinte die von ihm untersuchte heimische und exotische Flora. Viele der Pillnitzer Gartenpflanzen ließ Friedrich August von Künstlern malen. Jeweils 100 solcher Blätter wurden in kostbares Leder gebunden – die hochgeschätzten »Pillnitzer Centurien«. Sie werden erstmals in größerem Umfang in der Exposition präsentiert.

Der Eintrittspreis für die Sonderausstellungen ist im Ticket für das Schlossmuseum im Neuen Palais enthalten

Roland Puppe präsentierte an diesem Abend den soeben erschienenen 13. Band der Jahrbuchreihe der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen: „Jahrbuch 2005“. Es widmet seine Beiträge insbesondere dem Großen Garten in Dresden, Schloss Wesenstein, Schloss Rammenau und Burg Stolpen. Abhandlungen zur höfischen Festkultur, zu den Freimaurerlogen in Dresden, sowie zur Ausstattung historischer Gebäude ergänzen die vielfältigen Themen.

Der Band ist im Buchhandel zum Preis von 15.00 Euro

 ISBN 978-3-937602-73-8  ISSN 1436-1434

und bei den

Staatlichen Schlössern, Burgen und Gärten Sachsen

Stauffenbergallee 2a   01099 Dresden

Tel.: 0351 – 56391 – 1214

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