Zwei Tage Zentrum der deutschen Schlösserverwaltungen

28.09.2004

Jahrestagung auf der Albrechtsburg Meißen

Etwa 70 Fachleute aus den 10 Schlösserverwaltungen in Deutschland konnte der sächsische Schlösserchef Stéphane Beemelmans ab Donnerstag auf der Albrechtsburg Meißen begrüßen. Die diesjährige Fachtagung stand unter dem Thema: "Konservierung - Restaurierung - Rekonstruktion".

Dr. Hermann Neumann von der bayerischen Schlösserverwaltung behandelte in seinem Grundsatzreferat zum Thema Restaurierung das Fallbeispiel "Die Rekonstruktion der Allerheiligen - Hofkirche in München" und Prof. Thomas Will, TU Dresden, erläuterte in seinem Vortrag das provozierende Thema "Reparatur - eine Alternative?" Beide Referenten lieferten damit Stoff für eine intensive, stellenweise kontroverse Diskussion der Teilnehmer. Von besonderem Interesse war dabei der Vorschlag, die klassische denkmalpflegerische Trias aus Konservieren, Restaurieren und Rekonstruieren durch das Reparieren zu ergänzen. Gerade in Zeiten begrenzter finanzieller Mittel kann ein aus der Praxis der Bauhütten abgeleitetes Modell auch finanziell eine Alternative darstellen, sofern es gelingt, umfänglich begrenzte Reparaturen von Schäden mit kontinuierlicher Pflege zu kombinieren.

Im Rahmen langfristiger Sanierungskonzepte ist der methodische Ansatz eines umfänglich begrenzten Reparierens schon heute Bestandteil des gesellschaftlichen Auftrages der Schlösserverwaltungen geworden.

Finanzminister Dr. Horst Metz stellte bei seinen Empfang für die Gäste auf Schloss Wackerbarth die Verantwortung seines Hauses für die Kultur in Sachsen an Hand von Beispielen des Staatsbetriebes Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten in Sachsen vor. Er betonte dabei, dass der Freistaat seit 1992 230,0 Mio. EUR in seine Schlösser investiert hat, in 2004 sind 19,5 Mio. EUR für die Schlösser vorhanden "und ich versichere Ihnen hier nochmals, dass die Millionen, die wir hier investiert haben und weiter investieren werden, sinnvoll angelegt sind, um das besondere Merkmal des Freistaates, seine Kultur, weiter zu erhalten und zu fördern."

Der Vorsitzende des Facharbeitskreises, der Direktor der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Dr. Helmut-Eberhard Paulus bestätigte, "dass die Sächsische Schlösserverwaltung mit ihren bundesweit einzigartigen "Sächsischen Modell" ein wichtiges, gerade durch die jüngere Entwicklung gestärktes Mitglied in unserem Facharbeitskreis ist".


Der praktische Teil der Fachtagung führte die Experten - erstmals im Rahmen einer solchen Veranstaltung - in Exkursionen nach Schloss Rochlitz, Schloss Moritzburg und in den Barockgarten Großsedlitz sowie in das Grüne Gewölbe im Residenzschloss Dresden und in den Großen Garten.
Minister Metz zeigte sich von der Arbeit des Facharbeitskreises beeindruckt: "... wenn es ihn nicht gäbe, müsste man ihn erfinden!"

In seinen Arbeitsgesprächen hat sich heute der Facharbeitskreis als besonderes Thema für die Zukunft "Kunst- und Kulturgutschutz im Brand- und Katastrophenfall" gesetzt und wird diesbezüglich für das kommende Jahr besondere Initiativen entwickeln.

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