Neue Sensation auf Schloss Moritzburg: Tapisserie von Kaiser Karl V. kehrt zurück

04.10.2022

Die Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH stellt ihr neuestes und zugleich wertvollstes Exponat vor

Der Kaiser kehrt zurück!

Die kulturhistorisch, national und insbesondere für die sächsische Landesgeschichte bedeutsame Tapisserie mit dem Bildnis Kaiser Karls V. kehrt nach 77 Jahren wieder nach Schloss Moritzburg zurück.

 

Über die Tapisserie

Der aus Wolle, Seide und Goldfäden gewebte Wandteppich mit einer Größe von ca. vier Quadratmetern wurde 1545 vom Teppichwirker Seger Bombeck in Leipzig fertig gestellt.

Das von Blumen und Fruchtgirlanden umrahmte Mittelfeld zeigt ein Halbfigurenbildnis des Habsburger Kaisers Karl V.

Der Bildteppich gehörte zur Ausstattung des ab 1547 neu erbauten Dresdner Residenzschlosses des Kurfürsten Moritz von Sachsen, der dem Kaiser seinen Kurfürstentitel verdankte.

Von 1918 bis 1945 befand sich die Tapisserie im Schloss Moritzburg. Nach Ende des 2. Weltkrieges nahm Prinz Ernst Heinrich von Sachsen den Teppich als eines von nur wenigen Kunstwerken mit auf seiner Flucht vor der Roten Armee. Seine Nachkommen übersiedelten  nach Kanada. Nach dem Verkauf an die Galerie Rudigier bot sich nach jahrelangen Verhandlungen die Möglichkeit für SBG, die Tapisserie zu erwerben und zurück nach Schloss Moritzburg zu holen.

 

Zwei Jahre Arbeit und gemeinsame Anstrengung führen zum Erfolg

In diesem Sommer schließlich wurde dank gemeinsamer Kraftanstrengung und der überaus großzügigen Unterstützung der Kulturstiftung der Länder und der Ernst von Siemens Kunststiftung die Tapisserie angekauft.

Dazu Prof. Dr. Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder: „Derartig hochwertige Tapisserien aus dem 16. Jahrhundert wie der Kaiser-Teppich Karls V. sind heute äußerst selten und werden kaum noch auf dem Kunstmarkt gehandelt. Mit dem Ankauf für Schloss Moritzburg kehrt die Tapisserie nach Sachsen zurück – wo sie vor über 400 Jahren gefertigt worden war. Künftig können Besucherinnen und Besucher auf Schloss Moritzburg ein einmaliges Kunstwerk aus Seiden-, Gold- und Silberfäden erleben. An ihm lässt sich künftig ein weit über die Region Sachsen hinaus bedeutender Abschnitt europäischer Geschichte vermitteln: Die Herrschaft Karls V. und die Suche nach der Lösung der Religionsfrage.“

„Erwerbungsförderung ist eine wichtige Aufgabe der Kunststiftung. Bei der kostbaren Tapisserie für Schloss Moritzburg ging es nicht nur um die finanzielle Unterstützung, sondern auch um die durch die EvSK eingebrachte Expertise zur Preisfindung“, freut sich Dr. Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung.  

„Herzlichen Glückwunsch an die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten zum Erwerb dieser bedeutenden Tapisserie. Ich freue mich sehr über die Rückkehr des Wandteppichs nach Moritzburg. Der Erwerb ist ein schönes Beispiel der sehr guten Zusammenarbeit zwischen Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und den Staatlichen  Schlössern, Burgen und Gärten. Ich danke den mitfinanzierenden Stiftungen herzlich, denn nur mit dem wiederkehrenden Engagement der Stiftungen in und für Sachsen sind Erwerbe dieser Art möglich. Der Wandteppich ist ein neues kulturelles und touristisches Highlight für Sachsen. Umso mehr freue ich mich, dass er wieder einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden kann und ich hoffe, dass er viele Besucher anlockt“, sagt Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch.

„Wir sind unfassbar froh, dass nach einem langwierigen, im Stillen durchgeführten  Verhandlungsprozess dieses Kunstwerk wieder nach Sachsen geholt werden konnte! Mein großer Dank gilt Dr. Hoernes und Prof. Dr. Hilgert, die möglich gemacht haben, was lange Zeit unmöglich schien.“, äußert sich Dr. Christian Striefler, Geschäftsführer der SBG.

 

Besucherinformationen

Die Tapisserie ist bis 31. Oktober 2022 während der regulären Öffnungszeiten im Monströsensaal von Schloss Moritzburg ausgestellt und im normalen Schlosseintritt inbegriffen. Nach Ende der Winterausstellung im Frühjahr 2023 ist die Tapisserie wieder für Besucher zugänglich.  

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