Erste Ergebnisse der Tagung „Historische Gärten und ihre Umgebung – eine untrennbare Beziehung“

17.06.2022

Eine Tagung im Barockgarten Großsedlitz beschäftigt sich vom 15. - 17. Juni 2022 mit der Thematik des Umgebungsschutzes für Gartendenkmale im Zusammenhang mit dem Landschaftsverbrauch im Umfeld der Gartenperlen von Großsedlitz und Pillnitz.

Medieninformation

# 16  | 2022

 

Anlass der Tagung

Die Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH, die DGGL, der Arbeitskreis Orangerien sowie der Freundeskreis Barockgarten Großsedlitz veranstalten gegenwärtig eine internationale Fachtagung, die sich der Bedeutung historischer Gärten und ihrer Umgebung widmet. Rund 100 Teilnehmer beschäftigen sich in zahlreichen Vorträgen mit den immer stärker zu beobachtenden Einflüssen durch die Klimaschutz-, Wirtschafts- und Energiepolitik auf die Landschaftsräume im Umfeld historischer Parks und Gärten. Windräder, Wohngebiete, Gewerbegebiete oder neue Verkehrstrassen drohen an vielen Orten in Deutschland und Europa die Sichtbeziehungen zwischen dem historischen Park und seiner Umgebung zu beeinträchtigen.

Im Fokus der Tagung stehen dabei insbesondere die Planungen des Industrieparks Oberelbe und des Kiesabbaus Söbrigen im Kulturlandschaftsraum zwischen Großsedlitz und Pillnitz. Darüber hinaus wurde die herausragende Bedeutung der historischen Parks und Gärten einschließlich ihrer untrennbaren großräumigen Beziehung in die Umgebung und der bedeutende Auftrag ihrer „Erforschung, Bewahrung, Vermittlung“ herausgestellt.

 

Erste Ergebnisse

Hochkarätige nationale und internationale Referenten und Tagungsteilnehmer sind zu den ersten Ergebnissen gekommen, dass es stetig steigende Gefährdungen von Kulturlandschaften im Umfeld historischer Parks und Gärten gibt, wie Bodenversiegelung, Sichtbeeinträchtigung, Lärm, Geruch, Lichtverschmutzung, Feinstaub und der damit einhergehende Verlust wertvoller Tier- und Pflanzenwelt.

„Ein Park lebt nach den Vorstellungen seiner Erbauer nicht nur von den Pflanzen und der Gestaltung im Park, sondern auch von den Blickbeziehungen, die von Anfang an mitgedacht wurden und zu erhalten sind“, sagt Christian Striefler, Geschäftsführer der staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten.

„Historische Gärten sind in hohem Maße identitätsbildend und ein wichtiger Standortfaktor für die Region“, sagt Heino Grunert, Vorsitzender des Arbeitskreises Historische Gärten der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur, und fordert einen nachhaltigen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen.  

Die Tagungsteilnehmer appellieren an die Verantwortungsträger aber auch die Gesellschaft allgemein, sich über den besonderen Wert der historischen Parks und Gärtenund der sie umgebenden unverzichtbaren Landschaft bewusst zu werden.

„In Sachsen haben wir mit dem Barockgarten Großsedlitz und dem Schlosspark Pillnitz zwei Gärten von europäischem Rang in unserer Obhut. Diesen Rang sollten wir keinesfalls durch Maßnahmen in der Kulturlandschaft, die die Gartendenkmale gefährden, aufs Spiel setzen“, sagt Dr. Claudius Wecke, Leiter des Bereichs Gärten der SBG.

Dabei wurde aufmerksam die Zusicherung des Oberbürgermeisters der Stadt Pirna, Klaus-Peter Hanke zur Kenntnis genommen, dass den Belangen des Barockgartens Grosssedlitz bei der Erstellung des Bebauungsplans insbesondere bei den Sichtachsen Rechnung getragen werden soll.

 

www.schloesserland-sachsen.de

www.barockgarten-grosssedlitz.de 

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