Burg Stolpen: "Stolpen800 - Der Anbeginn"

01.06.2018

neue Sonderausstellung vom 3. Juni - 12. August 2018

Am Sonntag, 3. Juni 2018 lädt eine neue Sonderausstellung im Rahmen des Stolpener Jubiläums in die Burg Stolpen. „Stolpen800 – Der Anbeginn“ ist eine Sonderausstellung auf dem Kornboden der Burg, die die Anfänge der Stolpener Geschichte mit Hilfe archivalischer Quellen illustriert und dabei ca. 15 ausgewählte grafische Ansichten Stolpens mit etwa 30 großformatigen stimmungsvollen Fotos aus dem Stolpen der Gegenwart des Stolpener Fotografen Klaus Schieckel kombiniert.

Hintergrund: Anfänge Stolpens liegen im Dunkel der Geschichte

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, dichtete einst Hermann Hesse in seinem Gedicht „Stufen“. Sicherlich dachte er dabei nicht an Stolpen, dessen slawischer Namensursprung so viel wie „Säule“ oder besser „Stufe“ bedeutet und der sich auf den Basaltberg bezog. Gerade die Anfänge sind von besonderem Interesse. Sie liegen in Stolpen im Dunkel der Geschichte vor über 800 Jahren. Slawische Siedlungsspuren oder Artefakte sind bisher nicht zutage getreten. Licht ins Dunkel bringt die schriftliche Überlieferung, die am Beginn des 13. Jahrhunderts mit den bischöflichen Kanzleischreibern einsetzte und von einem slawischen Edlen Moyko von Stolpen berichtet. Antwort auf die Frage: Warum 1218? Die museale Kabinett-Sonderausstellung bezieht sich auf die ältesten heute noch greifbaren Quellen der Stolpener Geschichte und zeigt die beiden wichtigsten Urkunden, die Ersterwähnung der Örtlichkeit (1222), die erstmalige Nennung der Burg (1227) und die älteste heute noch nachweisbare auf Stolpen entstandene Urkunde (1263). Weitere Exponate werden die Frage auflösen, warum man sich heute in Stolpen auf 1218 bezieht.

Wertvolle historische Exponate

Die Ausstellung zeigt außerdem zwei bedeutende Leihgaben aus Bischofswerda. Es handelt sich um zwei Altarfiguren (Madonna und heilige Barbara) aus spätgotischer Zeit um 1487, die über Jahrhunderte den Hauptaltar der Burgkapelle zierten. Vor etwas mehr als 200 Jahren verschenkte sie der sächsische König an das in den napoleonischen Kriegen schwer zerstörte Bischofswerda. Aus Leipzig erwartet die Burg eine liturgische Handschrift von 1408, die eindeutig der bischöflichen Bibliothek auf Stolpen zugeordnet werden kann. Die Burgkapelle erlangte durch päpstlichen Ablass (1404) und die Erlaubnis des Vatikans, die Feier des heiligen Erasmus in der gesamten Diözese zu begehen, eine überregionale Bedeutung. Bischof Thimo stiftete der Kapelle goldenes Gerät für die heilige Messe und wertvollste Reliquien (1409), darunter das Haupt der heiligen Barbara. Vor rund 450 Jahren verließ die Handschrift mit den Bischöfen Stolpen. Nun soll sie für drei Monate an den Ort zurückkehren, für den sie einst entstanden war.

Die Sächsische Landesbibliothek gibt chronikalische Bücher und eine Handschrift, Leihgaben, die durch den lokalen Sammlungsbestand der Burg mit Schriften des 18. Jahrhunderts, wie die Gercken-Chronik (1764) und der Kirchengeschichte Magister Senffs (1719) ergänzt werden. Drei bischöflich-meißnische Brakteaten (einseitig geprägte Pfennige) aus dem 13. Jahrhundert schließen den Kreis zurück zu den Anfängen der Stolpener Geschichte.

Burg Stolpen „Stolpen800 – der Anbeginn“

3. Juni – 12. August 2018

täglich 10 bis 18 Uhr

www.burg-stolpen.de

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