„Bombensicher! Kunstversteck Weesenstein 1945“ – Sonderausstellung im Schloss Weesenstein eröffnet

22.03.2018 | Pressemitteilung 06 | 2018

Sonderausstellung über Kunstgutverstecke in den dramatischen letzten Kriegsjahren | Ausstellung anlässlich der 700jährigen urkundlichen Ersterwähnung des Ortes Weesenstein

Ab dem 24. März 2018 lädt die Sonderausstellung „Bombensicher! Kunstversteck Weesenstein 1945“ in das Schloss Weesenstein bei Dresden. In der Ausstellung thematisiert die Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG) ein spannendes und bisher kaum beachtetes Kapitel der Schlossgeschichte. Im Mittelpunkt stehen die dramatischen letzten Kriegsjahre bis 1945, in denen die Verantwortlichen fieberhaft nach geeigneten Verstecken für bedeutendes Kunstgut suchten, um dieses vor den heranrückenden Truppen der Alliierten zu schützen und vor Schäden in den Kriegswirren zu bewahren.

Dr. Christian Striefler: Thema ist noch viel größer

Beim Rundgang mit Medienvertretern durch die Ausstellung sagte der Geschäftsführer von SBG, Dr. Christian Striefler: „Es war uns sehr wichtig, ein dramatisches Kapitel der Schlossgeschichte, aber darüber hinaus auch der Landesgeschichte näher zu beleuchten und unseren Gästen zu vermitteln. Dieses Thema hätte einen noch viel größeren Rahmen verdient. Andere Schlösser, wie die Albrechtsburg Meissen haben dazu ebenfalls eine Geschichte, aber wir freuen uns, hier im Schloss Weesenstein mit dieser spannenden Ausstellung einen wichtigen Anfang machen zu können.“

Blick in ein GEHEIMes Projekt

In der Zeit des Zweiten Weltkriegs diente Schloss Weesenstein als eines der wichtigsten und größten Kunstdepots in Sachsen. Viele Staatliche Museen, aber auch zahlreiche Privatpersonen lagerten bedeutende Bestände ihrer Sammlungen nach Weesenstein aus, um sie vor der Zerstörung durch Luftangriffe zu schützen. Der Stempel „GEHEIM“ prangt dabei auf fast allen vorhandenen Unterlagen, die das Hauptdepot Weesenstein betreffen. Eine besondere Rolle spielte der „Sonderauftrag Linz“, mit dem für das von Adolf Hitler geplante „Führermuseum“ in Linz Kunstwerke aus ganz Europa beschafft wurden.

Das von der Landeshauptstadt Dresden gut erreichbare geräumige Ensemble geriet ins Visier Dresdner Museumsdirektoren, als im Verlauf des Zweiten Weltkriegs fieberhaft Orte außerhalb der von Bombardierung bedrohten Städte für die Bergung von Kulturgut gesucht wurden.Ab 1942 bis zum Kriegsende beherbergte das Schloss im Müglitztal die zahlreichen Schätze und galt mit seinen bis zu vier Meter dicken Mauern als fast „bombensicher“!

Ein weiteres Themenfeld der spannend inszenierten Ausstellung wird das Alltagsleben der Menschen vor Ort unter Kriegsbedingungen sein.

Leihgaben der ehemals hier ausgelagerten Sammlungen kehren wieder zurück. Das Dresdner Büro whitebox hat eine spannende Ausstellung mit zahlreichen Vermittlungsideen gestaltet.

Etwa 100 Exponate von 15 Leihgebern

Insgesamt sind etwa 100 Exponate in der Ausstellung auf knapp 100 Quadratmetern und darüber hinaus im gesamten Ausstellungsbereich des Schlosses zu sehen. Zu den Exponaten zählen unter anderem die originale Transportkiste des Maya-Codexes, archäologische Funde des ehemaligen Museums für Vorgeschichte, die Porzellanplastik „Schmerzensmutter“ von Gottlieb Kirchner aus Meissener Porzellan und wertvolle Teile der Käfer-, Zikaden-, Schmetterlings- und Fliegensammlung des ehemaligen Museums für Tierkunde. Darüber hinaus gehören auch Fotos, Reproduktionen, Akten und Filmausschnitte zu den Ausstellungsexponaten. Ein Exponat, das Gemälde „Reiterrast vor einer Hütte in Ruinen“ von der Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, wurde mit der Unterstützung von Projektmitteln restauriert.

Zu den insgesamt 15 Leihgebern zählen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, besonders die Gemäldegalerie Alte Meister, Galerie Neue Meister, die Porzellansammlung, die Rüstkammer und der Mathematisch-Physikalische Salon. Außerdem unterstützen die Ausstellung mit Leihgaben die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden SLUB, das Museum Wiesbaden, das Sächsische Hauptstaatsarchiv und private Leihgeber.

EU-Projekt

Außerdem ist die Ausstellung Teil des vierten von der Europäischen Union geförderten Projektes der langjährigen Partner Schloss Weesenstein und Schloss Děčín. Das Projekt „Adelsschätze. Die Lust am Sammeln in Sachsen und Böhmen“ (2016 – 2018) beleuchtet insbesondere die Frage, wie mit den Sammlungen des Adels in den Schlössern in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche umgegangen wurde. Das insgesamt mit fast 1,4 Mio. Euro geförderte Projekt beinhaltet mehrere Sonderausstellungen in den Schlössern Weesenstein und Děčín, eine wissenschaftliche Tagung, Publikationen und ein facettenreiches Veranstaltungsprogramm.

Die Schlossleiterin von Schloss Weesenstein, Dr. Andrea Dietrich ergänzte: „Wir freuen uns und sind dankbar für die wichtige Unterstützung durch unsere Leihgeber, ohne die diese Ausstellung nicht zustande gekommen wäre. Und wir sind dankbar für die Unterstützung, die wir durch die Förderung von der Europäischen Union im Rahmen unseres Gesamtprojektes ‚Adelsschätze. Die Lust am Sammeln in Sachsen und Böhmen‘ erhalten.“

Jubiläumsbeitrag und Ausstellungsbroschüre

Die Ausstellung findet im Rahmen des Jubiläums der 700jährigen urkundlichen Ersterwähnung des Ortes Weesensteins statt. Zu dieser Jubiläumsausstellung erscheint unter dem Titel „Bombensicher! Kunstversteck Weesenstein 1945“ eine Publikation im Sandstein-Verlag.

Schloss Weesenstein

Bombensicher! Kunstversteck Weesenstein 1945

24. März – 7. Oktober 2018

Sonderausstellung zum 700jährigen Jubiläum der urkundlichen Ersterwähnung Weesensteins. www.schloss-weesenstein.de

Weitere Informationen zum Schlösserland Sachsen erhalten Sie unter

www.schloesserland-sachsen.de 

www.facebook.com/Schloesserland.Sachsen 

www.youtube.de/Schloesserland 

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