Schloss Moritzburg: »Schatz der Wettiner« kehrt zurück

08.05.2015

spektakulärer Ankauf von Teilen des legendären Schatzfundes erweitert Ausstellung zur höfischen Tafelkultur der Wettiner in Schloss Moritzburg

Bereits im März 2015 gelang der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG), Schloss Moritzburg, ein spektakulärer Ankauf: auf einer Kunstauktion in München konnten Teile des sogenannten »Schatzes der Wettiner« vom Kunsthaus Hampel erworben werden. Für den Erwerb war eine hohe fünfstellige Summe notwendig, die aus dem Betriebsüberschuss von SBG gGmbH aus dem Jahr 2014 finanziert werden konnte. Nach Erledigung der Kaufformalitäten sind die erworbenen Objekte nun in Schloss Moritzburg eingetroffen.

Es handelt sich um insgesamt 15 Teile des letzten für die Wettiner geschaffenen Tafelservice vom Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Im Einzelnen besteht der Ankauf aus zwei Tabletts, zwei Servierplatten, zwei Saucieren, vier Gewürzgefäßen, vier Zuckerstreulöffeln sowie einem Wasserkessel mit Rechaud zum Warmhalten. Die Stücke bestehen aus vergoldetem Silber und stammen vom Dresdner Hofsilberschmied Emil Eckert. Die Service- und Besteckteile tragen gravierte Monogramme der beiden sächsischen Könige Albert bzw. Friedrich August III., die Königskrone mit sächsischem Wappen sowie eine Inventarnummer der Silberkammer und das Jahr der Fertigung. In Form und Ausführung sind die Stücke eine Reminiszenz an den Spätbarock, die Bedeutung des »Schatzfundes« liegt auch in der kunsthandwerklichen Arbeit auf hohem Niveau. Das Service ist mit hoher Wahrscheinlichkeit bei bestimmten festlichen Anlässen an der kurfürstlich-königlichen Tafel in Gebrauch gewesen.

Schloss Moritzburg verfolgt mit dem Ankauf konsequent das strategische Ziel, das museale Ausstellungsprofil zu schärfen und die Spezialisierung auf die kurfürstlich-königliche Tafelkultur zu vertiefen. In den vergangenen Jahren wurden bereits verschiedene Teile Tafelsilber aus unterschiedlichen Epochen erworben, darunter auch einige kleine Stücke aus dem sogenannten »Schatz der Wettiner«. Diese sollen gemeinsam mit dem nun erworbenen Service noch im Sommer dieses Jahres dem Publikum präsentiert werden. Die notwendigen Vorbereitungen laufen bereits.

Dr. Christian Striefler, Geschäftsführer von SBG: »Wir sind sehr glücklich, dass dieser Erwerb gelungen ist. Für Schloss Moritzburg sind diese Exponate ein weiterer, bedeutender Schritt zum angestrebten Ziel, die höfische Tafelkultur der ehemaligen Wettiner Kurfürsten und Könige im Barockmuseum zu präsentieren und das eigene museale Profil weiter zu schärfen.«

Der sogenannte »Schatz der Wettiner« wurde im Oktober 1996 auf spektakuläre Weise von Amateurschatzsuchern entdeckt. Es handelt sich dabei um drei Kisten des 1945 vergrabenen Besitzes aus dem Haus Wettin.

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