»Lebenslänglich Stolpen. Der Mythos Cosel«

30.03.2015

Burg eröffnet überarbeitete und erweiterte Dauerausstellung

  • Anlässlich ihres 250. Todestages: Dauerausstellung ab 31. März 2015 wieder zugänglich
  • Aufwändige Recherche: Ausstellungsmacher wälzten vier Jahre lang mehr als 130 Akten
  • Viel Neues: neue Animationsfilme, neue Sprachen und neue Exponate

Am 31. März 2015 jährt er sich zum 250. Mal - der Todestag der Gräfin Cosel. Der Mythos um die berühmteste Gefangene der Burg Stolpen lebt weiter, künftig auch in der erweiterten und überarbeiteten Dauerausstellung im Johannisturm - »Lebenslänglich Stolpen. Der Mythos Cosel«.

Die Ausstellungsmacher haben vier Jahre Recherchearbeit hinter sich. Dazu wälzten sie unter anderem 134 Akten im Staatsarchiv Dresden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. So kamen dabei neue Geschichten um das Leben der Cosel auf der Burg Stolpen zum Vorschein. Hier nur eine Anekdote: Nach dem Willen der Gräfin sollten plötzlich alle ihre Bediensteten mit einem Spinnrad ausgestattet werden. Ob Küchenmarkt oder Stubenheizer, jeder sollte plötzlich spinnen. Aber warum? Wollte sich die Cosel vielleicht mit Hilfe der Fäden abseilen und türmen? Der König selbst musste darüber entscheiden, was zu tun ist.

Zudem konnten einige Irrtümer beseitigt werden. So bekam die Cosel nicht wie bisher häufig geschrieben 100.000 Taler Apanage, sondern 15.000 Taler. Das machte sie trotzdem nicht zu einer armen Frau. Zum Vergleich: Ein Hofmarschall, der oberste Verwaltungsbeamte am Hof, bekam 3.000 Taler.

Zwei Jahre war das Projektteam aus internen und externen Fachleuten mit der (Um-)Gestaltung der Dauerausstellung beschäftigt. Neben neuen Vitrinen entdecken die Besucher auch neue Exponate. So hat die Burg im vergangenen Jahr zum Beispiel einen Originalbrief der Cosel ersteigert. Auch die sogenannte Cosel-Bibel, der einzig erhaltene Gegenstand, der von der Anwesenheit der Cosel auf Stolpen zeugt, ist zu sehen. 

Die Ausstellungstexte stehen nun neben englisch und deutsch auch in polnisch und tschechisch geschrieben. Filmmaterial bereichert den Mythos Cosel.

„Die Gräfin hatte ein dramatisch, theatralisches Wesen. Sie liebte es, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Auf der Burg blieb ihr genau das fast ein halbes Jahrhundert bis zu ihrem Tode verwehrt.", berichtet Museologe Jens Gaitzsch. Verdient oder unverdient - die Besucher der Burg können sich darüber ab dem 31. März 2015 täglich von 09.00 Uhr bis 18.00 Uhr selbst ein Bild machen.

Führungen zur Dauerausstellung werden auf der Burg Stolpen mit Voranmeldung jederzeit angeboten.

Pünktlich zum Jubiläum erschienen ist das Buch „Lebenslang verbannt – Die Gefangenschaft der Gräfin Cosel 1716-1765“, Autor ist Jens Gaitzsch, der vielleicht beste Coselkenner. Er beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit dem Thema Cosel. Der Schwerpunkt des Buches liegt auf der ausführlich beschriebenen Gefangenschaft der Gräfin Cosel und ihrem Leben auf der Burg. 

Am 30. März 2015 um 15 Uhr werden unter anderem der Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten gGmbH Dr. Christian Striefler, Ausstellungsgestalter Einhart Grotegut, Schlossleiter Jürgen Major, Museologe Jens Gaitzsch sowie Schauspieler und Mäzen Tom Pauls dabei sein. 

 

Eintritt:

6,00 EUR | ermäßigt 3,00 EUR

2 Erwachsene + 4 Kinder 14,00 EUR

1 Erwachsener + 2 Kinder 8,00 EUR

Gruppentarif ab 15 Personen 5,00 EUR

Gruppentarif Schüler 2,50 EUR

Freier Eintritt für Besucher an ihrem Geburtstag

Hier gilt die schlösserlandKARTE.

 

www.schloesserland-sachsen.de

 

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