Revolution der Muster

11.06.2007

Die „Revolution der Muster“ präsentiert die Albrechtsburg Meissen ab dem 7. Juli in einer Sonderausstellung über Spritzdekor-Keramik aus den 20er und 30er Jahren. Die Ausstellung wurde vom Badischen Landesmuseum Karlsruhe erstellt und ist in der Albrechtsburg in abgewandelter Form zu sehen.

 

In der Meißner Ausstellung liegt der Schwerpunkt auf Exponaten der Staatlichen Majolika Manufaktur Karlsruhe und auf Keramik aus dem mitteldeutschen Raum, wo das Zentrum der keramischen Industrie lag. Dank verschiedener privater Leihgeber kann eine Vielfalt weiterer Exponate präsentiert werden. Sie zeigen künstlerisch hochwertige geometrische und abstrakte Muster und stammen aus der Produktion von heute nicht mehr existierenden Keramikfabriken, vorwiegend in Thüringen und Sachsen.

 

Spritzdekore werden auf keramische Oberflächen mit einer Sprühpistole aufgetragen. Die Erfindung dieser Technik lag in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts. Ihren Höhepunkt erlebte die Spritzdekor-Keramik in der Zeit zwischen 1926 und etwa 1937.

 

Das Neue und Besondere an der Keramik um 1930 waren die geometrischen Motive auf Objekten der Gebrauchskeramik. Konstruktivistische Muster, plastische Detailformen und surreale Linienkompositionen sowie leuchtende Primärfarben und kräftige Farbkontraste zeichnen diese Keramik aus.

Das vorläufige Ende für die Herstellung der Spritzdekore brachte die Ausstellung „Entartete Kunst“ im Jahr 1937. Der Nationalsozialismus betrachtete alles aus dem Bauhaus resultierende, alles Abstrakte, alles Expressive in Farbe und Form als „entartet“.  In den 50er Jahren erlebten Spritzdekore wieder ein kurzfristiges Wiederaufleben.

Die Ausstellung ist vom 7. Juli bis 23. September täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. (Eintritt: Erwachsene 3 Euro; Ermäßigt 2 Euro; Kinder bis 6 Jahre frei)

 

Information: (0 35 21) 4 70 70,  E-Mail: info@albrechtsburg.de, Internet: www.albrechtsburg.de

 

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