Schloss Rochlitz: Willkommen in der Zukunft. Virtual Reality entführt in Sachsens Geschichte

14.10.2016 | Pressemitteilung 19 | 2016

Schlösserland Sachsen präsentiert erstes VR-Projekt auf Schloss Rochlitz | Dr. ChristianStriefler erläutert neue Möglichkeiten bei der Vermittlung von Museumsinhalten

Am Donnerstag, 6.10.2016 stellte Dr. Christian Striefler, Geschäftsführer der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (SBG) eine sogenannte VR (Virtual Reality)-Brille mit virtuellen Animationen historischer Bauzustände der Hauptmannstube auf Schloss Rochlitz vor.

800 Jahre Baugeschichte in einem Raum
In diesem Raum zeugen Fragmente von der bewegten achthundertjährigen Baugeschichte des Schlosses. So gab es im 12. Jahrhundert einen großen Kamin, der heute nur noch bruchstückhaft in der Wand sichtbar ist. Weitere Reste aus der Zeit der Gotik, Renaissance, des Klassizismus und der vergangenen 100 Jahre sind ebenfalls noch erkennbar, aber nicht mehr vollständig.

Ein Rundgang durch die Jahrhunderte
Der Nutzer bzw. Ausstellungsbesucher findet die neue VR-Brille ab der Saison 2017 als Installation in der Hauptmannstube von Schloss Rochlitz. Die VR-Brille beinhaltet eine App, die die Hauptmannstube zurzeit in drei, künftig in fünf historischen Epochen als virtuelle 3d-Animationen zeigt.

Wer die Brille aufsetzt, findet sich in einer virtuellen Animation des Raumes wieder. Der Nutzer navigiert interaktiv mit den Augen durch die Animation. So ist es möglich, den Raum in verschiedenen historischen Epochen zu „besuchen“ und sich darin umzuschauen. Beispielsweise begrüßt in der Darstellung des mittelalterlichen Bauzustandes ein knackendes Feuer im wieder hergestellten Kamin, in der Variante des gotischen Raumes faszinieren detaillierte Wandbemalungen und in der Animation des Raumes zur Renaissance- Zeit fällt vor allem die eindrucksvolle Deckengestaltung auf.

Neue Möglichkeiten für Vermittlung von Museumsinhalten
Gemeinsam mit Dr. André Thieme und Frank Schmidt vom Bereich Museen SBG sowie Vertretern der Firma blendFX präsentierte Dr. Striefler die Möglichkeiten, die durch diese neue Technologie für die Wissensvermittlung an Besucher von Schlossmuseen entstehen.

Der Einsatz der VR-Technik ermöglicht es, die oft lange und komplexe Geschichte von Schlössern, Burgen, Klöstern, Parks oder Gärten nachvollziehbar und sichtbar zu machen. Besucher können sich mit einer VR-Brille in historische Bauzustände hineinversetzen und beispielsweise einen heute nur noch als Fragment sichtbaren gotischen Torbogen durchschreiten oder eben das prasselnde Feuer in einem längst überbauten romanischen Kamin bewundern.

Durch den Zwinger wandeln, wie August ihn sich einst erträumte
„Mit diesem Projekt sind wir, Schlösserland Sachsen, die ersten unter den deutschen Schlösserverwaltungen und Schlossmuseen, die die VR-Technik für die Vermittlung musealer Inhalte entdecken und erproben. Wir werden die Technologie ab der kommenden Saison in Schloss Rochlitz unseren Besuchern zur Verfügung stellen und beobachten, wie sie sich als Vermittlungsinstrument bewährt. Für uns eröffnen sich bisher ungeahnte Möglichkeiten.

Denn die Geschichte der sächsischen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsens ist oft nicht mehr sichtbar. Wir wissen von vielen historischen Bauzuständen nur durch die unermüdliche Arbeit unserer Experten und Wissenschaftler. Denken Sie nur an das nicht mehr sichtbare Kloster Altzella, die verschiedenen Bauformen von Schloss Rochlitz oder auch die nicht verwirklichten Pläne des Barockgartens Großsedlitz und des Dresdner Zwingers. Fänden Sie es nicht auch aufregend, durch den gesamten Zwinger- und Schlosskomplex zu wandeln, so wie August der Starke ihn sich einst erträumte?“ erläuterte Geschäftsführer Dr. Christian Striefler die Möglichkeiten und Pläne mit der neuen Technologie.

Frank Schmidt, Museologe auf Schloss Rochlitz initiierte und leitete das Projekt. Er ergänzt: „Es ist nicht die Technologie allein, die den großen Entwicklungssprung ausmacht. Viel mehr ist es die sinnvolle Verbindung von wissenschaftlicher Erforschung und den neuen Möglichkeiten der Darstellung. Ohne die wissenschaftlichen Grundlagen wäre auch VR nur eine Technologie.“ Ab Saisonstart 2017 steht die VR-Brille Besuchern von Schloss Rochlitz zur Verfügung.

Mehr Informationen zum Schloss Rochlitz finden Sie unter: http://www.schloss-rochlitz.de

 

 

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