Leben für Sachsens Schlösser

31.08.2026

Die Schlossleiterin von Schloss Weesenstein und dem Barockgarten Großsedlitz, Frau Dr. Andrea Dietrich, geht nach über 30 Jahren im Dienst für Sachsens Schlösser in den Ruhestand.

Seit 1993 begleitete Dr. Andrea Dietrich Sachsens Schlösser, Burgen und Gärten durch bewegte Zeiten. Sie wirkte an vielen unterschiedlichen Standorten im Raum Dresden und war zuletzt seit 2013 Schlossleiterin von Schloss Weesenstein und vom Barockgarten Großsedlitz. Am 31. August beendet sie ihre Tätigkeit und geht in den Ruhestand. 

33 Jahre Leben für Sachsens Schlösser

Die gelernte Elektromaschinenbauerin wusste schon direkt nach der Ausbildung: „Das Technische wird es nicht!“ und schloss ein Studium der Geschichte inklusive Promotion an der Universität in Warschau und Leipzig an. Nach einer Station im Museum für Stadtgeschichte in Dresden, ging es ins Referat für Kultur im Sächsischen Regierungspräsidium. Beim Sächsischen Staatsministerium der Finanzen wurde ab 1992 die Sächsische Schlösserverwaltung aufgebaut. Ab 1993 gehörte Andrea Dietrich dazu, arbeitete im Aufbaustab und leitete schließlich bis 2002 die Schlösserverwaltung. Besonders eindrücklich ist ihr der Zustand vieler Schlösser aus dieser Anfangszeit in Erinnerung geblieben. Schloss Weesenstein drohte vom Felsen abzurutschen und musste notgesichert werden. Den vielen Räume von Schloss Colditz sah man beim ersten Betreten deutlich die Spuren seiner Nutzung als Krankenhaus an. Und auch die Flutschäden von 2002 in Weesenstein und Pillnitz prägten sich ein. Umso beachtlicher, was sich in den folgenden Jahren an baulichem Fortschritt anschloss.

Von 2003 bis 2012 war Dietrich dann für die Schlossbetriebe im Raum Dresden, also Schloss Pillnitz, den Dresdner Zwinger, die Festung Dresden mit Brühlscher Terrasse und den Großen Garten sowie Schloss Weesenstein zuständig. Sie übernahm also alle in der Jahrhundertflut von 2002 so schwer geschädigten Objekte. Wieder begann der Aufbau. Ein Kraftakt besonders im Schlosspark von Weesenstein. Eine schwierige Zeit, die Andrea Dietrich im Gedächtnis geblieben ist, folgte nach dem Zusammenbruch der Sächsischen Landesbank 2007. Mit kreativen Ideen und klugen Kürzungen, gelang es trotz kleinem Etat, die Schlösser zu bewirtschaften, den Bau fortzusetzen und Museen zu öffnen. 
Auch 2012 galt es, einem Sturm zu trotzen: Als Schlossleiterin begleitete Andrea Dietrich die Einführung des Parkeintritts in den Pillnitzer Schlosspark. Ab der Saison 2012 führten die Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten erstmals einen Eintritt in den Schlosspark ein, um den Park besser schützen und pflegen zu können. Dennoch gehört der Pillnitzer Schlosspark zu Dietrichs Lieblingsorten. 

Im Jahr 2013 wechselte Andrea Dietrich dann vollständig in die Sächsische Schweiz. Für Schloss Weesenstein und den Barockgarten Großsedlitz gelang eine neue touristische Ausrichtung. Sie setzte dort die Arbeit an grenzüberschreitenden EU-Projekten mit Kollegen aus Tschechien fort. Seit 2005 konnten dadurch mehrere Millionen Fördergelder eingeworben werden, die in große Ausstellungs- und Restaurierungsprojekte flossen. Ein besonderer Meilenstein war dabei die Sonderausstellung „Bombensicher. Kunstversteck Weesenstein 1945“, die zum 700. Jubiläum des Schlosses 2018 eröffnet wurde. 

Die Arbeit habe immer Spaß gemacht, sei abwechslungsreich und sinnvoll gewesen, antwortet Dietrich, wenn man Sie nach einem persönlichen Rückblick fragt. Ganz besonders sind ihr der Wintergarten und die Kapelle in Weesenstein ans Herz gewachsen. „Im Schlosspark von Weesenstein wünsche ich mir noch den Wiederaufbau des historischen Treibhauses. Es könnte für Lesungen und natürlich als Winterquartier für Kübelpflanzen genutzt werden.“, resümiert Andrea Dietrich. Im Barockgarten Großsedlitz, den sie besonders in den frühen Morgenstunden schätzt, wenn noch alles ganz ruhig ist, wäre der Einbau einer Heizung oder gleich die komplette Sanierung des Friedrichschlösschens ein toller nächster Schritt. Insgesamt aber sei jetzt genau der richtige Moment für den Ruhestand, so Dietrich. Durch ihr Engagement für den Freundeskreis Schlösserland Sachsen, ihre Tätigkeit als Reiseleiterin und ihre vielen Hobbys, wird auch im nächsten Lebensabschnitt keine Langeweile aufkommen. Und der Besuch der sächsischen Schlösser, Burgen und Gärten ist schon fest eingeplant.  

Nachfolger bereits eingearbeitet
Uwe Michel, der seit 2009 Schlossleiter der Albrechtsburg Meissen war, tritt ab 1. September offiziell die Nachfolge der Schlossleitung für Schloss Weesenstein und den Barockgarten Großsedlitz an. Seit 1. August wurde er am neuen Arbeitsplatz eingearbeitet. Seit 1993 für SBG beschäftigt, begleitete Michel Deutschlands ältestes Schloss durch viele bewegte Jahre, erlebte den Wechsel der Dauerausstellung, steuerte zahlreiche Sonderausstellungen u.a. “300 Jahre Porzellanmanufaktur“ oder die Porzellanbiennale und stärkte die Verbindungen zu Stadt und Kulturpartnern z.B. Neue Meißner Burgfestspiele. An seiner neuen Position reizen ihn besonders die beiden wunderschönen Orte, die anstehenden Projekte und das neue Team.

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