Kulinarische Geschichten

Hotspots für Feinschmecker

Veranstaltungen für Genießer

Überraschend sächsisch

Kulinarik im Schlösserland
Wo Orangeriekultur, Weinbau und Mittelalterküche zusammentreffen

Sachsen ist bislang wohl den wenigsten als Gourmetdestination bekannt. Doch die Schlösser, Burgen und Gärten der Region laden Feinschmecker nicht nur auf eine kulinarische Reise durch die Jahrhunderte ein, sondern halten auch allerlei schmackhafte Überraschungen parat: 

In Bad Muskau wird Ananas angebaut, die historische Orangeriekultur August des Starken erwacht im Dresdner Zwinger zu immer neuem Leben, im Elbland entstehen Weine mit Raritätswert und auf zahlreichen Märkten bietet »Kiwi-Merkel« seine sächsischen Exoten zum Verkauf an.

Das Schlösserland Sachsen ist nicht nur wegen der pittoresken Schlösser, geschichtsträchtigen Burgen und romantischen Gärten eine Reise wert. Unsere Weingüter, Schwarzküchen und Schlossrestaurants laden Feinschmecker und alle, die einfach gerne genießen, zu schmackhaften Entdeckungen ein.

Wussten Sie....

  • .....dass August der Starke bereits Anfang des 18. Jahrhunderts die Orangerie-Kultur nach Sachsen brachte?
  • .....dass Fürst Pückler im 19. Jahrhundert Ananas in Bad Muskau anbauen ließ?
  • .....dass Sie im Schlösserland Sachsen mittelalterliche Speisen selbst zubereiten können?
  • .....dass Sie im sächsischen Elbland Weine und Sekte nicht nur kosten, sondern sogar hören können?

Kulinarische Versuchungen im Schlösserland

Königin von Großsedlitz - Die Bitterorange

Als August der Starke die Orange nach Sachsen brachte, galt sie als Frucht der ewigen Jugend. Seine Leidenschaft für die Zitrusgewächse leitete in Dresden die Orangeriekultur ein, deren Symbol heute der Dresdner Zwinger ist. Drei Jahrhunderte später ist das Schlösserland Sachsen noch immer im Orangenfieber. Entlang der Orangen-Route können Sie die sechs wichtigsten Orte im Schlösserland erkunden, die noch heute im Zeichen der goldenen Früchte stehen.

Quickfacts

  • 4.000 Orangenpflanzen befanden sich einst im Besitz von August dem Starken, mehr als 500 davon im Dresdner Zwinger. Im Mai 2017 hielten die ersten 80 Zitruspflanzen wieder Einkehr in den Dresdner Zwinger.
  • 130 Bitterorangen und 300 weitere Orangeriepflanzen stehen im Barockgarten Großsedlitz.
  • Die älteste im Kübel gewachsene Zitruspflanze Mitteleuropas steht im Schlosspark Pillnitz.

Sächsische Exoten - Die Kiwibeeren

Neben der Orange spielen weitere exotische Früchte in der Kulturgeschichte des Schlösserland Sachsen eine Rolle: Seit 2012 betreiben Gärtner im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau wieder Ananaszucht. Exotisch geht es auch auf den jährlich stattfindenden Gartenmärkten Sachsens zu: Kiwi-Züchter Werner Merkel aus der Nähe von Chemnitz gehört alljährlich zu den heimlichen Stars der Blumen- und Gartenschau auf Kloster Altzella sowie des Pillnitzer Gartenwochenendes.

Quickfacts

  • 2004 wurde die erste »Sachsen-Kiwi« in den Handel gebracht.
  • Werner Merkel (»Kiwi- Merkel«) züchtet noch heute in seinem 1.600 Quadratmeter großen Garten die sogenannten »Kiwi-Berries«.
  • Im Gegensatz zur behaarten Supermarkt-Kiwi sind »Mini-Kiwis« (Actinidia arguta) winterhart.
  • Ihre Früchte werden – je nach Sorte – ungefähr stachelbeergroß.
  • Die Schale der Kiwibeeren ist dünn und unbehaart und kann daher einfach mitgegessen werden.

Weinraritäten aus dem Elbland

Auch die sächsischen Weine glänzen weit über die Landesgrenzen hinaus. Exemplarisch hierfür stehen Schloss Proschwitz und Schloss Wackerbarth. Mit seiner barocken Schloss- und Gartenanlage und einer modernen Wein- und Sektmanufaktur ist Schloss Wackerbarth das erste Erlebnis-Weingut Europas. Schloss Proschwitz und das zugehörige Weingut inmitten der Meißner Weinberge mit Blick auf die Albrechtsburg hingegen ist Sachsens ältestes privat bewirtschaftetes Weingut.

>Kulinarische Veranstaltungen auf Schloss Wackerbarth

>Kulinarische Veranstaltungen auf Schloss Proschwitz

Quickfacts

  • Sachsen verfügt mit 447 Hektar über das östlichste sowie eines der kleinsten Weinbaugebiete Deutschlands.
  • Im Elbtal rund um Radebeul und Meißen scheint die Sonne im Jahr durchschnittlich 1.570 Stunden.
  • Schloss Wackerbarth: Wo früher Grafen residierten und schon der Hof Augusts des Starken rauschende Feste feierte, grüßt heute Europas erstes Erlebnisweingut.
  • Das Weingut Schloss Proschwitz nahe der Albrechtsburg Meissen ist heute Sachsens ältestes privat bewirtschaftetes Weingut.

Süßer Goldschatz - Honig aus Nossen

Für den Imker Steffen Wittig spiegelt sich die kulinarische Vielfalt Sachsens nicht zuletzt auch in seinen Honigsorten wider: Von Klee bis Robinien reichen die Sorten, die Wittig in seiner Imkereifachhandlung in Nossen anbietet. Nossen, einer Kleinstadt im Herzen Sachsens mit pittoreskem Renaissanceschloss und dem romantischen Klosterpark Altzella, dessen jährliche Blumen-und Gartenschau jeden Sommer mehrere Tausend Besucher ins Schlösserland lockt.

Quickfacts

  • Von dem tollen Geschmack des Sachsenhonigs ist man aber nicht nur im Schlösserland überzeugt, seine Produkte finden Anklang in der ganzen Bundesrepublik.
  • Neben dem klassischen Bienengold umfasst sein Sortiment auch Kerzen, Pflegecremes und Bonbons 

Königin der Früchte - Die Ananas

Ein bekannter Liebhaber der Zitrusfrüchte war seinerzeit auch Fürst Pückler. Im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau kann man noch heute seine Vorliebe für die Zitrusfrüchte entdecken, die er in einer Orangerie verewigte. Im 19. Jahrhundert ließ Fürst Pückler sogar Ananas anbauen, wobei die geplante Jahresproduktion von 3.000 Stück niemals umgesetzt wurde. Seit 2012 jedoch betreiben Gärtner im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau wieder Ananaszucht. In den neu instandgesetzten Gewächshäusern der Muskauer Schlossgärtnerei weist die Dauerausstellung »Ananas! Die Königin der Früchte im Muskauer Park« Besucher in Geschichte und Anzucht der Ananas ein.

Quickfacts

  • Seit 2012 betreiben Gärtner im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau wieder Ananaszucht. Fürst Hermann von Pückler-Muskau plante einst eine Jahresproduktion von 3.000 Stück, was jedoch nie umgesetzt wurde.

Events im Schlösserland - Kulinarik zum Anfassen und Mitmachen

Kulinarisch gesehen gibt es im Schlösserland Sachsen nicht nur einiges zu entdecken und zu verköstigen, sondern auch zu feiern. Rund um das Jahr erwarten Besucher Feste und Veranstaltungen, die Sie mit allen Sinnen genießen können.

Kulinarische Zeitreise: Erlebnis Mittelalterküche

Deutlich zünftiger zeigt sich die kulinarische Seite des Schlösserland Sachsen auf Schloss Rochlitz und Burg Mildenstein. Vor 500 Jahren herrschte in den hauseigenen Schwarzküchen emsiges Gewimmel, wenn zum Teil hunderte Gäste bewirtet werden mussten. Heute bieten Mittelalterkochkurse am Originalschauplatz die Möglichkeit, unter kundiger Anleitung in die Vergangenheit einzutauchen.

Erlebniskochen im Schlösserland

Märkte und Gartenschauen im Schlösserland Sachsen

Allseits beliebte und bekannte Veranstaltungen ziehen jährlich Besucher aus ganz Deutschland in das Schlösserland. Hier bieten Händler aus Nah und fern mittelaterliches Kunstwerk und regionale Produkte an. 

Auf der traditionellen Blumen- und Gartenschau im Klosterpark Altzella baut »Kiwi-Merkel« Jahr für Jahr seinen Stand auf.Im Wirtschaftsbereich des ehemaligen Zisterzienserklosters mit seinem romantischen englischen Garten bieten dann über 100 lokale und regionale Aussteller ihre Produkte an – vor allem Floristen, Baumschulen, Gärtnereien und Pflanzenzüchter. Die Zisterzienser waren es auch, die den Obstanbau im 12. Jahrhundert nach Sachsen brachten. Nicht nur im Klosterpark Altzella ist Werner Merkel ein gern gesehener Gast. Während der Gartentage im Schloss und Park Pillnitz nutzt der Kiwizüchter jede Gelegenheit, mit Erwerbsobstgärtnern und Kleingartenbesitzern ins Gespräch zu kommen. Das Pillnitzer Gartenwochenende erfährt alljährlich regen Zuspruch unter Hobbygärtnern und Naturliebhabern.

Im Barockgarten Großssedlitz erhalten Sie die Bitterorangenmarmelade und Bitterorangenlikör und können zeitgleich die exotische Pracht der Zitrusfrüchte mit allen Sinnen in Sachsens Versailles wahrnehmen. 

Märkte und Gartenschauen

Kulinarische Geschichten aus dem Schlösserland

Hinter den großen und kleinen Gaumenfreuden im Schlösserland Sachsen stecken spannende Persönlichkeiten. Es sind Menschen, die mit viel Leidenschaft und Herzblut an ihren Projekten arbeiten und fest an ihre ganz eigene Idee von Genuss glauben. Eine Handvoll jener Charaktere möchten wir Ihnen vorstellen.

Werner Merkel gehört Jahr für Jahr zu den heimlichen Stars der Blumen- und Gartenschau im Klosterpark Altzella. Auch während der Gartentage im Schloss und Park Pillnitz nutzt »Kiwi-Merkel« jede Gelegenheit, um seinen sächsischen Exoten zu neuer Bekanntheit zu verhelfen. Bereits seit den 80er Jahren baut das 80-jährige Urgestein Kiwis an. 2004 gelang es Merkel, die erste »Sachsen-Kiwi« in den Handel zu bringen.

Vom Ingenieur zum Kiwizüchter

Werner Merkel schaffte es erst über Umwege, seinen langgehegten Traum zu erfüllen und in die Botanik einzusteigen: »Als Ingenieur im Automobilbau konnte ich die Familie materiell besser absichern. Der Kauf von Haus und Grundstück wurde dadurch möglich. Letztlich war auch meiner Passion, Pflanzensammlungen anzulegen, damit eine Grundlage gegeben.«

»Kiwi-Merkel« unterwegs im Schlösserland Sachsen

Auf der traditionellen Blumen- und Gartenschau im Klosterpark Altzella baut »Kiwi-Merkel« inzwischen Jahr für Jahr seinen Stand auf. Im Wirtschaftsbereich des ehemaligen Zisterzienserklosters bieten dann über 100 lokale und regionale Aussteller ihre Produkte an – vor allem Floristen, Baumschulen, Gärtnereien und Pflanzenzüchter. Nicht nur im Klosterpark Altzella ist Werner Merkel ein gern gesehener Gast: »Zu den Gartentagen im Schloss und Park Pillnitz, nutze ich die Gelegenheit, mit Erwerbsobstgärtnern und Kleingartenbesitzern ins Gespräch zu kommen.« Produzenten und Fachhändler aus Sachsen und darüber hinaus präsentieren ihre gärtnerischen Angebote auf der Maillebahn in der wohl schönsten Oase Dresdens. Zu den grünen Höhepunkten im Schlosspark gehört das Palmenhaus: Auf 660 Quadratmetern können Besucher exotische Pflanzen aus Südafrika, Australien und Neuseeland entdecken.

Innovativer Obstanbau in Sachsen

»Das Schönste an meinem Handwerk ist, etwas völlig Neues zu schaffen. Die meisten Sorten gehen aus Hybridpflanzen hervor.« Seine »Kiwibeeren« bezeichnet Merkel als Bio-Obst vom Feinsten: »Die handelsübliche Importware kann mit den hier sonnengereiften Kiwibeeren einfach nicht mithalten.«

Aus einem spontanen Gespräch entstand vor rund acht Jahren eine großartige Kooperation zwischen dem Barockgarten Großsedlitz und der Dresdner Weinhandlung Blasewitz. Seitdem produziert Wein-Connaisseur René Manzke aus den exotischen Früchten erlesene handgefertigte Marmeladen und Liköre, die spätestens bei ihrer Verköstigung deutlich machen, was es mit dem Zauber der sächsischen Bitterorange auf sich hat.

Eine Frucht aus fernen Ländern erobert Sachsen

Die Bitterorange, auch als Pomeranze bekannt, ist eine wahre Exotin. Im 17. und 18. Jahrhundert kam der Hybrid aus Grapefruit und Mandarine durch Bemühungen des sächsischen Fürsten August dem Starken nach Sachsen. Seine prachtvolle Orangerie, der Dresdner Zwinger, diente ihm zeitlebens zur Repräsentation und war ein wahres Statussymbol.

Ein paradiesischer Festgarten

Die Pomeranze verleiht auch dem Barockgarten Großsedlitz seit über 300 Jahren wahren mediterranen Charme. Ein i-Tüpfelchen für die traumhafte Anlage, in der sich französischer und italienischer Barock auf einzigartige Weise verbinden. Im Jahr 2009 kommt es zwischen dem damaligen Leiter des Barockgartens, Georg Greinus, und René Manzke, dem Mitarbeiter der Dresdner Weinhandlung Blasewitz, zu einer Kooperation. »Ziel war es, aus den Früchten ein authentisches und leckeres Produkt ohne Konservierungsstoffe zu entwickeln«, erinnert sich der Weinhändler. »Das Ergebnis waren der Likör und die Bitterorangen-Marmelade in ihrer heutigen Form – naturbelassen und individuell handgefertigt.«

Die Bitterorange verzaubert deutschlandweit

Die köstlichen Produkte kann man zudem das ganze Jahr über genießen: »Da die Pomeranzenbäume im gesamten Jahresverlauf Blüten und Fruchtstände ausbilden, gibt es keinen genauen Zeitpunkt für die Verarbeitung der Früchte«, erklärt Manzke. Mittlerweile kann René Manzke aufgrund von Geschmacks und Qualität der Bitterorangen-Produkte aus dem Barockgarten Großsedlitz auf Marmeladen- und Pomeranzenlikör-Fans aus ganz Deutschland zählen.

Seit fast dreißig Jahren stellt Steffen Wittig aus Nossen in Eigenproduktion einen der leckersten Honige im Schlösserland Sachsen her. Dabei war es der Zufall, der seine Begeisterung für das Imkern weckte und eine lebenslange Leidenschaft entfachte. Ein Besuch in Wittigs Hofladen können Sie wunderbar mit einem Besuch auf Schloss Nossen und dem malerischen Klosterpark Altzella verbinden.

Ein Bienenkasten kommt selten allein

Steffen Wittig und die Imkerei – eine Passion, die seit fast drei Jahrzehnten besteht. Der Beginn der Geschichte kann als klassische Liebe auf den ersten Blick betrachtet werden: Als sein Cousin 1987 einen Bienenstock kauft, ist Wittig sofort Feuer und Flamme: »Der Brutraum, der Honigraum, der Duft im Bienenstock – ich war fasziniert.«

Von Klee bis Robinien: Die Quellen des Sachsenhonigs

Mittlerweile ist Wittig stolzer Besitzer einer Imkereifachhandlung und eines Hofladens. Seine persönliche Lieblingssorte ist der Heidehonig: »Ich liebe den kräftigen, leicht herben Geschmack.« Steffen Wittig lebt in Nossen. Die Kleinstadt im Herzen Sachsens ist zum einen durch ihr pittoreskes Renaissanceschloss bekannt, zum anderen durch den romantischen Klosterpark Altzella, dessen jährliche Blumen- und Gartenschau jeden Sommer mehrere Tausend Besucher ins Schlösserland lockt. Für den Imker spiegelt sich die kulinarische Vielfalt Sachsens nicht zuletzt auch in seinen Honigsorten wider: »Durch die verschiedenen Trachtpflanzen in Sachsen können unsere Bienen von verschieden Nektarquellen sammeln.«

Ein Honig und ein Schloss, die begeistern

Von dem tollen Geschmack des Sachsenhonigs ist man aber nicht nur im Schlösserland Sachsen überzeugt: Steffen Wittigs Honigprodukte haben Fans in der ganzen Bundesrepublik. Ein Einkauf im Hofladen von Imker Wittig lässt sich indes wunderbar mit einem Ausflug ins Schloss Nossen verbinden. 1185 als Burg errichtet, diente es Rittern als Schutz- und Rückzugsort, bis es im Mittelalter von Meißner Bischöfen übernommen wurde. Zum repräsentativen Renaissanceschloss wurde die Burg erst durch Kurfürst August, der sie ab 1554 umbauen ließ. Heute erzählt das Schloss vor allem in spannenden Ausstellungen von seiner langjährigen Geschichte und erinnert an die vor 1990 verdrängte Geschichte des Sächsischen Landadels.

Wohl niemand im Schlösserland Sachsen kennt sich so gut mit der heilenden Wirkung von Kräutern aus wie Koreen Vetter. In Workshops und Seminaren gibt sie ihr Wissen weiter. Doch gesund ist nicht alles was die Kräuter aus dem Klosterpark Altzella können – sie sind auch unfassbar lecker. Das beweist die Kräuterfrau in ihren Kochkursen, in denen Teilnehmer lernen, dass die richtigen Kräuter zumeist für den letzten Schliff eines leckeren Gerichts sorgen können. 

Kein Hobby, sondern eine Leidenschaft

2013 hat die Nossnerin die Patenschaft für mehrere Kräuterbeete im Klostergarten Altzella übernommen und vermittelt der Öffentlichkeit Zugang zum Wissen um die alten Heilpflanzen. Vetter legt die Beete gemäß ihrer Anwendungen zur Beruhigung gegen Magen-Darm-Beschwerden, für Herz und Kreislauf oder das Immunsystem an und folgt dabei dem Modell der Indikationsbeete. Seit Jahren organisiert die zweifache Mutter Workshops, Seminare und Kochkurse, in denen sie mit ihren Teilnehmern in die Wunderwelt der Kräuter eintaucht. »Die Begeisterung in den Augen der Kursteilnehmer, wenn diese erfahren, mit welch einfachen Handgriffen Salben oder Heilpflanzentinkturen hergestellt werden können, ist das Schönste für mich.«

Ein Kräutergarten mit hundertjähriger Geschichte

Die ehemalige Zisterzienserabtei Marienzell, heute Altzella, galt im Mittelalter als bedeutendstes Kloster in Mittelsachsen. Das Prachtstück der Anlage ist bis heute ein einzigartiger Park im englischen Stil, der eine besondere Spiritualität verströmt. Die schon damals vorhandenen »hortus botanicus« waren Lieferanten für Küche und Spital und gelten als Vorläufer der Botanischen Gärten. »In meinen Kursen ist es mir vor allem wichtig, den Leuten unsere einheimischen Wald- und Wiesenkräuter wieder nahe zu bringen. Unsere Wiesen sind wahre Schätze und halten reichlich gute Inhaltsstoffe bereit. Wahre Wundermittel sind zum Beispiel der Löwenzahn, die Vogelmiere, der Giersch oder die Wegwarte.«

»Wie man eyn teutsches Mannsbild bey Kräfften hält«? Mittelalterköchin Annerose »Adelheid« Lein weiß es genau. Mit der Rezeptsammlung mittelalterlicher Küchenmeister deckt sie die Tafeln auf Schloss Rochlitz mit allerlei herzhaften und süßen Versuchungen aus fernen Jahrhunderten. Glücklicherweise behält sie ihr kulinarisches Wissen nicht für sich allein und hilft damit, eine längst vergangene Essenskultur am Leben zu erhalten. 

Ein Traum wird wahr

Das Kochtalent hat Annerose Lein, die auf Schloss Rochlitz als Mittelalterköchin Adelheid bekannt ist, von ihrer Mutter geerbt. »Als ich anfing auf Schloss Rochlitz zu arbeiten, war ich zunächst im Serviceteam. Die wunderbare Schwarzküche hatte es mir jedoch von Anfang an angetan«, erinnert sich Lein. Die imposante, fast 100 Quadratmeter große Schwarzküche von Schloss Rochlitz war damals ein hochgeschäftiger Ort, an dem das Küchenpersonal an manchen Tagen bis zu einhundert Gäste gleichzeitig bekochte.

Jahrhundertealte Rezepte, die begeistern

Heute ist allerdings Köchin Adelheid die Herrin der Räumlichkeiten. In ihren Mittelalterkochkursen erzählt sie von den Geheimnissen der jahrhundertealten Kochkunst und kocht mit ihren Teilnehmern in authentischer Atmosphäre Originalrezepte aus ihrer mittelalterlichen Rezeptsammlung. »Es gab in Sachsen sechs recht eigenständige 'Volksküchen': In Teilen Thüringens, im Vogtland, dem Erzgebirge, der Ober- und Niederlausitz, in Leipzig und Umgebung sowie in der ursprünglichen Mark Meißen. Von Generation zu Generation wurden die beliebtesten Speisen quer durch die Regionen weitergegeben und bereichern bis heute unsere kulinarische Vielfalt.« Übrigens lässt sich ein kulinarischer Ausflug ins Mittelalter auf Schloss Rochlitz bestens mit einer Erkundungstour durch die tausendjährigen Schlossmauern verbinden. Die Tour »Küche, Kerker und Kapelle« führt Sie durch den Südflügel mit Kapelle, Bornkammer, Sakristei, Küche, Vorratsgewölbe, Verliese und Folterkammer.

Noch mehr Geschichten: Blogger auf Kulinarik-Reise

Das das Schlösserand Sachsen Kulturliebhaber begeistert und mit historischen Persönlichkeiten und monumentalen Bauwerken aus der sächsischen Geschichte nicht mehr wegzudenken ist, das ist allseits bekannt. 

Doch das Schlösserland Sachsen als Ort für Genießer und Feinschmecker kennen nur wenige.

Drei BloggerInnen haben diese Seite kennenlernen dürfen. Sie haben ihre Erfahrungen in Blogbeiträgen zusammengefasst.

Travelworldonline

Monika und Petar Fuchs sind auf der Suche nach immer neuen Reisezielen für Genießer. Im Schlösserland wurden sie fündig.

Sophias Welt

Sophia gibt auf ihrem Blog wertvolle Geheimtipps zu traumhaften Orten und spannenden Aktivitäten, die sie auf ihren Reisen entdeckt.  Auch was Sie im Schlösserland erlebt hat, gibt´s auf ihrer Seite.