Schloss Schwarzenberg
Der kurze Traum von Freiheit
Wenn in der Abenddämmerung der Mond hinter den Türmen der Stadtkirche St. Georgen und dem Schloss aufgeht, wenn Fackeln und Laternen die Auffahrt zum Schloss illuminieren und das Stimmengewirr von Gauklern und fahrendem Volk in den Gassen der Altstadt widerhallt, dann entfaltet Schwarzenberg seinen ganzen Zauber.
Die Ursprünge der Burg mit den sehenswerten hölzernen Innenausbauten verlieren sich in der über 850-jährigen Geschichte. Um 1150 gegründet, erfolgt die erste urkundliche Erwähnung 1282. Nachdem das Lehen der verarmten Burgherren an den sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich zurückgefallen war, begann dessen Nachfolger August im Jahr 1555 mit dem Bau des heutigen Jagdschlosses. Später diente es als Amtsgericht, mit einem mächtigen Bergfried als sicherem Kerker.
Im Schloss zieht neben der Volkskunstschule vor allem das Museum Besucher an, der erzgebirgischen Kunst des Spitzenklöppelns wurde hier ebenso breiter Raum eingeräumt wie der für die Region so wichtigen Metallverarbeitung. Kinder genießen im Kreativbereich eine bunte Ritterwelt und entwickeln im alten Turm neue Ideen, während der Wind die Klänge der Musikschule über die Mauern ins Land hinausweht. Aber nicht nur das Schloss und die im prächtigen »Bauernbarock« gestaltete Kirche machen Schwarzenberg zu einem lohnenden Ausflugsziel, auch eine so hoffnungsvolle wie bittere Episode deutscher Geschichte macht die Stadt interessant: Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg warteten die Bewohner sechs Wochen vergeblich auf den Einzug einer Besatzungsmacht und träumten in ihrer »Freien Republik Schwarzenberg« von einem selbstbestimmten Leben. Eine Illusion, die sich schnell zerschlagen sollte.
Anschrift

Schloss Schwarzenberg | Kulturzentrum des Landkreises Aue-Schwarzenberg
Obere Schlossstraße 36 | 08340 Schwarzenberg
Telefon (0 37 74) 50 58 51
schloss.schwarzenberg@web.de
www.schlossschwarzenberg.de
Kooperationspartner der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen.



