Ein Stück Preußen in Sachsen

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Fast schon bizarr anmutend, liegt Schloss Krobnitz in dem fruchtbaren Lausitzer Hügelland. Etwas zu streng und zu erhaben wirkt der markante Bau im Kontrast zur ihn umgebenden grünen Idylle, aber die Diskrepanz von kantiger architektonischer Formgebung und sanfter Ländlichkeit hat Gründe.

Das Mitte des 18. Jahrhunderts erbaute, ursprünglich barocke Herrenhaus wurde 1873 vom preußischen Kriegsminister Generalfeldmarschall Albrecht Emil Theodor Graf von Roon erworben. Der neue Schlossherr ließ seine Erwerbung im Stil des Neoklassizismus umgestalten und trug so den steinernen Zeitgeist des Machtzentrums Berlin ins damals noch preußische Niederschlesien. Das von einem Landschaftspark umgebene Schloss zeigt auf den ersten Blick die Verwurzelung des Grafen in seiner Arbeitsumgebung, denn es kopiert in vielen Elementen die Außengestaltung des Preußischen Kriegsministeriums.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges blieb das Gut im Besitz der Familie. Nach der Enteignung des Grafengeschlechts im Jahr 1945 diente Krobnitz Flüchtlingen als Unterkunft und verfiel trotz durchgehender Nutzung mehr und mehr. In den Jahren 2002 bis 2008 erfolgte die umfassende Sanierung von Schloss, Gut und Park. Heute, 700 Jahre nach seiner ersten urkundlichen Erwähnung, ist Krobnitz ein Ort der Kultur, Kunst und Bildung, dessen Bedeutung auch über die Region hinaus strahlt und dessen Ausstellungen und Konzerte die weißen Mauern des vormaligen ministerialen Ruhesitzes mit hellwachem Leben erfüllen.

Anschrift

Karte Sachsen

Schloss Krobnitz
Am Friedenstal 5 | 02894 Reichenbach, Ortsteil Krobnitz

Telefon +49 35828 88700
www.oberlausitz-museum.de

Kooperationspartner der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen.