Dem Vergessen entronnen

Schloss GüldengossaBildansicht vergrößern

Abgebaggert« – mit diesem Kommentar versehen, wären fast auch der Ort Güldengossa und sein Herrensitz im Mahlstrom der Geschichte verschwunden. Viele Nachbargemeinden fielen den landhungrigen Tagebauen der Leipziger Tieflandsbucht zum Opfer, für das alte Rittergut aber hatte das Schicksal etwas gänzlich anderes vorgesehen.

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Eben noch dem sicheren Tode geweiht, erfuhr das Schloss Jahre nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten eine Auferstehung, die fast märchenhaft erscheint. Güldengossa, erstmalig im Jahr 1285 urkundlich erwähnt, bekam sieben Jahrhunderte später seine zweite Chance und fand einen Käufer, der das spätbarocke Prunkstück liebevoll restaurierte, das historische Wegenetz und die ursprüngliche Lage der Grünanlagen rekonstruierte und so einer bemerkenswert schönen Parkanlage ihre Anmut zurückgab.

Auch die alte Orangerie ist wieder erstanden und wird heute gastronomisch genutzt. Dass im Schloss mit Namen »Güldengossa« heute ein Edelmetallkontor zuhause ist, ist dabei wohl die semantische Krönung dieses Glücksfalls der Nachwendezeit.
Aber auch die frühere deutsche Geschichte hatte dem Herrenhaus einst wichtige Bedeutung zugedacht. Im Oktober des Jahres 1813 wurde Güldengossa für kurze Zeit zum Nabel europäischer Machtpolitik, denn eine der blutigsten Kampfhandlungen der Weltgeschichte hinterließ hier deutliche Spuren. In der Völkerschlacht bei Leipzig standen sich damals eine halbe Million Soldaten des napoleonischen Heeres und seiner verbündeten Feinde gegenüber, der Kaiser der Franzosen wurde schließlich empfindlich geschlagen. Schloss Güldengossa diente seinerzeit als Lazarett – ein Soldatengrab erinnert noch heute an die drei Tage opferreichen Kampfes um Deutschlands Freiheit.

Anschrift

Karte Sachsen

Schloss Güldengossa
Schulstraße 11 | 04463 Großpösna-Güldengossa

www.schloss-gueldengossa.de

Kooperationspartner der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen.