Schmuckbild

Pracht und Genuß

Auf dem Sächsischen Weinwanderweg
Das sächsische Weinanbaugebiet entlang der Elbe zwischen Pirna und Diesbar-Seußlitz ist das nördlichste und zu gleich kleinste Deutschlands. Die Sächsische Weinstraße verbindet alle wichtigen Stätten des Weinanbaus. Diese kann man sich aber auch gut zu Fuß erschließen, auf dem Sächsischen Weinwanderweg. Da der Adel einem guten Tropfen stets zugeneigt war und später auch das aufstrebende Bürgertum zu feiern wusste, findet man dort nicht nur anmutige Flusslandschaften, malerische Winzerdörfer und romantische Weinberge, sondern auch Schlösser und herrschaftliche Villen.…weiter

Länge ca. 92 km

Schloss Klippenstein Festung Dresden Dresdner Zwinger Schloss Wackerbarth Albrechtsburg Meissen Barockgarten Großsedlitz Schloss und Park Pillnitz Großer Garten Schloss Hotel Dresden-Pillnitz

Weitere Routen

Wir haben für Sie noch weitere Routen zusammen gestellt, die Sie über diese Links erreichen können:

 

Natur und Architektur in Harmonie
Bevor man sich auf den Weg macht, kann man von den Hängen auf der rechten Elbseite bei einem Glas Wein auf die schöne Altstadt von Pirna blicken, die von der ehemaligen Festung Sonnenstein überragt wird.

Am Stadtrand von Dresden liegt das Schloss Pillnitz, die ehemalige Sommerresidenz der sächsischen Könige. Im Schlosshotel kann man vorzüglich speisen und übernachten. In den sogenannten Dresdner Elbweindörfer trifft bäuerliche Architektur auf städtische Villenpracht. In der Nähe vom Blauen Wunder hatte die Familie Dinglinger, die als sächsische Hofjuweliere für viele Meisterwerke im Grünen Gewölbe verantwortlich war, einen eigenen Weinberg. Wie eine Perlenkette reihen sich unmittelbar anschließend die drei Elbschlösser auf. Schloss Eckberg ist heute ein Hotel, während Schloss Albrechtsberg für Veranstaltungen genutzt wird. Das sogenannte Lingner-Schloss, das dem gleichnamigem Mundwasser-Fabrikanten („Odol”) gehörte, wird Schritt für Schritt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

In Dresden sollte man natürlich auch die prachtvollen Bauten der sächsischen Herrscher besuchen, wie den Zwinger und das Residenzschloss mit den großartigen Museen der Staatlichen Kunstsammlungen, das Taschenbergpalais, heute ein Hotel der Spitzenklasse, und das Palais im Großen Garten. Die Festung Dresden unter der Brühlschen Terrasse zeigt die ehemalige Wehrhaftigkeit der Stadt, die zugunsten der höfischen Prachtentfaltung aufgegeben wurde.

Falsche Hunde und echte Indianer
Ohne es zu merken, kann man die Stadtgrenze zu Radebeul überschreiten. Die Villen an den Weinhängen gelten schon lange als schönste Wohngegend der Region. Im ehemaligen königlichen Weingut Hoflössnitz wird noch heute gekeltert. Das charakteristische Behältnis für sächsische Weine, eine grüne Glasflasche in Keulenform mit 0,7 Litern Inhalt, wurde dort 1931 erfunden. Sehenswert ist auch der reich verzierte Festsaal im Lusthaus aus der Zeit der Renaissance.

Der sogenannte „Lößnitzdackel”, eine noch heute mit Dampf betriebene Schmalspurbahn, lädt zu einer Fahrt durch die Weinberge nach Moritzburg ein, wo das gleichnamige Jagdschloss und das Fasanenschlösschen ihre Besucher empfangen. Berühmtester Bewohner von Radebeul war der Schriftsteller Karl May, dessen Wohnhaus heute Museum ist und dessen Werk beim jährlichen Karl-May-Wochenende weiterlebt. Gefeiert wird auch im schönsten Dorfanger von Radebeul, in Altkötzschenbroda, wo im September ein großes Weinfest stattfindet. Viele Gaststätten und Weinstuben laden dort zu jeder Zeit zum Verweilen ein und der Elberadweg ist nur einen Katzensprung entfernt. Auf dem unweit gelegenen Schloss Wackerbarth bietet das Sächsische Staatsweingut Rundgänge durch seine gläserne Manufaktur und Verkostungen erlesener Weine und Sekte an.

Vom Wert der Tradition
Nicht nur das milde Klima im Elbtal macht den sächsischen Wein zum Geschmackserlebnis. Auf fruchtbarem Boden werden die Rebstöcke in sonnigen Südlagen im Schutz alter Bruchsteinmauern liebevoll gepflegt. Ein Gläschen Goldriesling darf man sich auf keinen Fall entgehen lassen, da diese Rebsorte sonst nirgendwo in Deutschland angebaut wird. Auf einer Anhöhe liegt Sachsens ältestes und wohl auch bestes Weingut, Schloss Proschwitz, das Wanderungen durch die eigenen Weinberge anbietet, von denen man einen wunderbaren Blick auf Meißen hat, das von der Albrechtsburg und dem Dom bekrönt wird.

Der Meißner Bischof Benno soll den Weinanbau vor neunhundert Jahren an die Elbe gebracht haben. In den Ruinen des ehemaligen Zisterzienserklosters „Zum heiligen Kreuz” am Stadtrand von Meißen befindet sich heute das Hahnemann-Zentrum, das sich dem in Meißen geborenen Begründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann, gewidmet hat.

Der Sächsische Weinwanderweg führt auf der anderen Elbseite durch den wohl reizvollsten Teil der sächsischen Weinregion weiter bis nach Diesbar-Seußlitz. In Weinstuben und nur zeitweise betriebenen Besenwirtschaften kann man unterwegs noch so manchen Tropfen genießen. Schloss und Kirche in Diesbar wurden durch George Bähr, dem Architekten der Frauenkirche, errichtet. Der von Weinbergen umgebene Barockgarten lohnt einen Besuch. Pracht und Genuss sind in Sachsen halt untrennbar verbunden.