Durch das Land der Burgen und Schlösser
Die Umgebung von Leipzig auf zwei Rädern entdecken
Während viel über die schöne Umgebung von Dresden gesprochen wird, erhält das Umland von Leipzig noch zu wenig Aufmerksamkeit. Dabei bietet sich dort eine große Tour geradezu an, wo das Land doch flach ist und man die vielen Burgen und Schlösser des Sächsischen Burgenlandes nicht übersehen kann. …weiter
Länge ca. 300 km
Weitere Routen
Wir haben für Sie noch weitere Routen zusammen gestellt, die Sie über diese Links erreichen können:
- La dolce vita auf zwei Rädern
- Kurvenspaß mit Schlossgarantie
- Durch das Land der Burgen und Schlösser
Von Türmen und Tieren
Ausgangspunkt der Tour ist das Wahrzeichen von Leipzig, das Völkerschlachtdenkmal. Von der 90 Meter hohen Aussichtsplattform kann man bei guter Sicht die ganze Stadt und das angrenzende Umland überblicken. Das Gesicht der Delitzscher Innenstadt wird von zahlreichen Gebäuden aus Mittelalter, Renaissance und Barock und dem Barockschloss Delitzsch geprägt. Die ursprüngliche Wasserburg aus dem 17. Jahrhundert bietet heute Einblicke in herzogliche Gemächer und einen kleinen, aber feinen Barockgarten.
In Bad Düben erhebt sich hinter der Muldebrücke linker Hand der etwas gedrungene Wachturm der Burg, die heute als Landschaftsmuseum dient. Auf der Fahrt durch die Dübener Heide kann man viele Mühlen entdecken. Der Torgauer Museumspfad bietet die beste Möglichkeit, die Sehenswürdigkeiten der von der Renaissance geprägten Stadt Torgau zu erkunden. Untrennbar mit der Geschichte von Schloss Hartenfels sind die Bären verbunden, die noch heute im Bärengraben die Besucher erfreuen. Andere edle Tiere kann man bei einem Abstecher ins nahegelegene Graditz bewundern, wo sich auf einem ehemaligen kurfürstlichen Landsitz das Sächsische Hauptgestüt befindet.
Bildansicht vergroessern- Schloss Hartenfels
Die Preußen kommen
Auf dem Weg durch die Dahlener Heide sollte man einen Abstecher nach Schildau machen, um das Museum der Schildbürger zu besichtigen. In die Geschichte ging das Barockschloss Dahlen, das in den siebziger Jahren völlig ausbrannte, mit der Unterzeichnung des Hubertusburger Friedens durch den Preußenkönig Friedrich II. ein. Die Schlösser in den Ortsteilen Börln und Großböhla laden mit ihren Parks dagegen noch heute zum Verweilen ein.
Schloss Hubertusburg in Wermsdorf stellt eine der Meisterleistungen der barocker Baukunst in Sachsen dar. Das größte Landschloss Europas war einst auch das prächtigste, bis es im Siebenjährigen Krieg von den Preußen geplündert wurde. Nur die Inneneinrichtung der Schlosskapelle blieb erhalten. Das nahegelegene alte Renaissance-Jagdschloss dient heute Verwaltungszwecken.
Bildansicht vergroessern- Schloss Hubertusburg
Im Tal der Burgen
Etwas abseits der Strecke, in Grimma, gibt es viel Historisches zu entdecken. Am Stadtrand befindet sich die Ruine des Klosters Nimbschen, in dem Luthers spätere Ehefrau Katharina von Bora als Nonne lebte. Auf dem Weg nach Colditz lohnt sich am Zusammenfluss der Freiberger und Zwickauer Mulde ein Abstecher nach Leisnig zur Burg Mildenstein und zum Kloster Buch.
Schloss Colditz wurde im zweiten Weltkrieg als alliiertes Gefangenenlager berühmt. Burg Kriebstein an der Zschopau ist eine mustergültige Ritterburg. Rochlitz wird vom Schloss mit seinen weit sichtbaren Türmen überragt. In Kohren-Sahlis informiert ein Töpfermuseum mit Schauwerkstatt über die lange Tradition des Töpferhandwerks in Kohren. Der Töpferbrunnen auf dem Marktplatz, geschaffen von Kurt Feuerriegel, ist das Wahrzeichen des Städtchens. Weitere Meisterwerke des herausragenden Kohrener Töpfers kann man bei einem Abstecher ins Schlossmuseum Frohburg bewundern. Nicht weit von Kohren-Sahlis entfernt liegt auch die Burg Gnandstein, besterhaltene Wehranlage Sachsens aus romanischer Zeit.
Bildansicht vergroessern- Schloss Rochlitz
Auf dem Weg der Braunkohle
Auf dem Teilstück in Thüringen lohnt ein kurzer Umweg in die Skatstadt Altenburg. Wieder in Sachsen, findet man in Groitzsch die Reste der romanischen Wiprechtsburg, die heute in eine Freilichtbühne integriert sind. Wiprecht von Groitzsch liegt in der Kapelle der Pfarrkirche St. Laurentius in Pegau begraben, die zu den bedeutendsten Kunstwerken der Romanik zählt. Das schöne Renaissance-Rathaus erinnert nicht von ungefähr an den Ausgangspunkt der Reise. Es wurde, wie das alte Leipziger Rathaus, von Hieronymus Lotter erbaut.
Das kleine Straßenangerdorf Wiederau bietet mit seinem Barockschloss inmitten einer abgeschiedenen Auenlandschaft der Weißen Elster ein idyllisches Bild, das vergessen lässt, dass die Landschaft im Süden von Leipzig stark unter dem Braunkohletagebau gelitten hat. Als Folgelandschaft ist jedoch das Leipziger Seenland entstanden, dessen Attraktivität ständig wächst. Direkt vor den Toren Leipzigs befinden sich die „beliebteste Badewanne” der Region, der Cospudener See mit dem großen Vergnügungspark Belantis. Am Markkleeberger See wurde eine der modernsten Wildwasseranlagen der Welt errichtet.
Bildansicht vergroessern- Cospudener See
Zurück in der Bachstadt Leipzig, laden faszinierende Gebäude, historische Handelshöfe und Passagen und bedeutende Museen zum Staunen und Flanieren ein. Die Pleißenburg, auf der mit der erfolglosen Disputation zwischen Luther und Eck die Spaltung der Kirche besiegelt wurde, wurde 1896 abgerissen und mit dem neuen Rathaus überbaut. Das Gohliser Schlösschen aus der prunkvollen Rokoko-Zeit hat jedoch die Zeit überdauert und steht zum Genuss von klassischer Musik und guten Speisen offen.

