Wo Landschaft immer neu erfunden wird
Mit den Fröschen quaken
Neben den vielen Fröschen in der abwechselungsreichen Natur, die dem Froschradweg ihren Namen gaben, gibt es in der nördlichen Oberlausitz auch jede Menge Kultur zu entdecken. Die Traditionen der hier beheimaten slawischen Sorben sind untrennbar mit der Region verbunden, worauf nicht nur die zweisprachigen Orts- und Straßenschilder hinweisen. Aber auch die Dichte an Schlössern und Parks weiß zu überraschen. Deren Qualität hat sogar die UNESCO überzeugt.…weiter
Länge ca. 260 km
Links & Tipps
Weitere Routen
Wir haben für Sie noch weitere Routen zusammen gestellt, die Sie über diese Links erreichen können:
- Zwischen Natur und Kultur
- Wo Landschaft immer neu erfunden wird
- Tiefes Tal und hohe Burgen
- Quelle des guten Klanges
Sorbentum und Tagebau
Durch den Braunkohletagebau wuchs Hoyerswerda nach dem Zweiten Weltkrieg weit über seine vormalige Größe heraus. Sehenswert sind in der Hoyerswerdaer Altstadt der Marktplatz und das Schloss. Erst Grenzfeste zwischen Böhmen und Brandenburg, war letzteres später Wohnsitz der Fürstin Ursula Katharina von Teschen, einer Mätresse August des Starken. Heute ist dort das Stadtmuseum mit einer ständigen Ausstellung zur sorbischen Volkskunst eingerichtet. Im ehemaligen Schlosspark befindet sich der städtische Zoo. In der Umgebung hat der Braunkohletagebau die Landschaft geprägt. Viele ehemalige Tagebaulöcher sind geflutet worden, wodurch das Lausitzer Seenland entstanden ist. Nach Überquerung der Spree kommt man in die Gegend um Schleife, deren sorbische Kultur einen sehr ursprünglichen und eigenen Charakter hat.
Große Gartenkunst
Mitte des 19. Jahrhunderts entstand in Kromlau ein großer Landschaftspark, der von Rhododendron, Azaleen und Tulpenbäumen geprägt ist. Dort befinden sich auch das Kromlauer Schloss sowie die Endstation der Muskauer Waldeisenbahn. Diese Kleinbahnstrecke führt durch die Muskauer Heide nach Bad Muskau. Der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau ist einer der schönsten Landschaftsparks Europas, ein Meisterwerk der Gartenkunst und Welterbe der UNESCO seit 2004.
Bildansicht vergroessern- Kromlauer Park
In den im weiteren Streckenverlauf liegenden Dörfern war die Pechherstellung ein wichtiger Industriezweig. In Pechern sieht man auf einem Hang noch die letzten Häuser von den eben so genannten Pechern. Interessant ist die Fachwerkkirche, die nur eine Facette der unglaublich vielseitigen Holzarchitektur in der Oberlausitz aufzeigt. Weiter entlang der Neiße gelangt man nach Rothenburg. Der Stadtpark im Stil eines englischen Landschaftsgartens trägt Einflüsse von Ideen Pücklers. Das dazugehörende Schloss wurde leider, wie manch anderes Herrenhaus in der Region, in der Nachkriegszeit aus ideologischen Gründen zerstört.
Innovationen aus Holz
Ein Stück abseits des Radweges liegt bei Zentendorf die sogenannte Kulturinsel Einsiedel am östlichsten Punkt Deutschlands. Aus einem Betrieb für künstlerische Holzgestaltung erwuchs ein ungewöhnlicher Freizeitpark, der auch mit dem ersten Baumhaushotel Deutschlands begeistert. Wieder auf dem Froschradweg fährt man an der sehenswerten Horkaer Wehrkirche aus dem 12. Jahrhundert vorbei. Ein weiteres historisches Gebäude in Horka ist das ehemalige Schloss, in dem heute die Gemeindeverwaltung ihren Sitz hat.
Bildansicht vergroessern- Kulturinsel Einsiedel
Die planmäßig angelegte Stadt Niesky war eine Gründung der Herrnhuter Brüdergemeinde. Am denkmalgeschützten Zinzendorfplatz fallen die schlichte Kirche und das als Stadtmuseum dienende Umgebindehaus auf. Im Stadtgebiet findet man zahlreiche Holzhäuser, die vor dem zweiten Weltkrieg von dem Nieskyer Unternehmen Christoph & Unmack hergestellt wurden. Dort wirkte auch der jüdische Architekt Konrad Wachsmann, der später in den USA den Bau von Holzhäusern aus vorgefertigten Teilen perfektionierte.
Geadelte Landschaft
Um der Einmaligkeit der Natur nördlich von Bautzen Rechnung zu tragen, wurde ein Teil der Gegend zum UNESCO-Biosphärenreservat erklärt. Das zweigeschossige Schloss Milkel wurde 1720 unter Bewahrung von Teilen einer Wasserburg erbaut. Mit seinen zwei kräftigen Rundtürmen an beiden Seiten erinnert es an das Jagdschloss Moritzburg. Das ebenfalls aus einer Wasserburg hervorgegangene Barockschloss Neschwitz diente als Jagdschloss. Seine Parkanlage wurde im französischen Stil gestaltet. Unweit davon kann man sogar in einem Herrenhaus übernachten, dem Fledermausschloss Weißig.
Bildansicht vergroessern- Barockschloss Neschwitz
Insel des Katholizismus
Vorbei an Bernsdorf gelangt man zum Dubringer Moor, wo man auf einem Pfad zum „Versunkenen Schloss” wandern kann. Die Gegend um Wittichenau ist eine Hochburg der katholischen Sorben, was man auch an den Kruzifixen an den Feldrainen erkennen kann. Nur hier hatte die vom Kloster Marienstern ausgegangene Rekatholisierung im Mutterland der Reformation dauerhaft Erfolg. Eine Fahrt mit der Lausitzer Grubenbahn zum Bergbaumuseum Knappenrode, einem einzigartigen Denkmal der industriellen Nutzung der Braunkohle, ist ein Erlebnis besonderer Art. Nach einer Pause am Knappensee kann man sich dann wieder nach Hoyerswerda begeben und den Rundweg beschließen.

