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24.03.2009 | Pressemitteilung 12-2009

Entree!: Türen, Tore und Pforten der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsens öffnen wieder „Ein Palmenhaus für Pillnitz“

Sachsens Finanzminister Prof. Dr. Georg Unland, der Botschafter der Republik Südafrika, S.E. Sonwabo Eddi Funde, und der Direktor der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen, Dr. Christian Striefler, eröffnen heute gemeinsam die Schlössersaison 2009. Gastgeber für diesen Auftakt ist erstmals Schloss und Park Pillnitz, speziell das im Park gelegene und sanierte Palmenhaus.

Minister Unland: „Das Palmenhaus in Pillnitz ist ein Muss - für Freunde der Flora, der Architektur, der Kulturgeschichte und für jeden, der sich an diesem einmaligen Zeitzeugnis erfreuen kann. Als Teil des „Schlösserlandes Sachsen“ hat Pillnitz für Gäste eine hohe Anziehungskraft. Allein die Kamelie, das Schlossmuseum, die Führungen, die 1. Pillnitzer Schlossnacht sowie weitere Veranstaltungen und Ausstellungen zogen über 140.000  Besucher im vergangenen Jahr an. Hinzu kommen mehrere Hunderttausend Besucher der Parkanlage. Mit dem wieder eröffneten Palmenhaus wird Pillnitz seine Attraktivität weiter steigern und vor allem ganzjährig ein Besuchermagnet bleiben.“

2008 zählten Sachsens Schlösser, Burgen und Gärten rund 2,3 Millionen Besucher. Zum neunten Mal in Folge wurde die Zweimillionen-Grenze überschritten. Ein überzeugendes und konstantes Ergebnis auch im Hinblick auf die wirtschaftliche Gesamtsituation. Mit 38 Millionen Euro an Bauausgaben hat sich Sachsen auch 2008 klar und eindeutig zu seiner kulturellen Verantwortung bekannt. 2009 hält diese Tendenz an und mit geplanten 31 Millionen Euro wird dann zum Jahresende wieder ein Meilenstein erreicht: die 400 Millionen-Marke. Die Ausgaben im Baubereich fließen 2009 vor allem nach Meißen (Albrechtsburg und Domplatz), Moritzburg, Weesenstein, Königstein, Mildenstein, Lichtenwalde, Rochliz und Colditz. Schon heute gilt ein besonderes Augenmerk dem im Jahr 2010 anstehenden 300jährigem Jubiläum der Porzellanmanufaktur Meissen und den dazu anstehenden Feierlichkeiten. Im Vorfeld dessen werden die baulichen Aktivitäten an und auf dem Meißner Burgberg (Instandsetzung und Herrichtung der Albrechtsburg für die Jubiläums- und anschließende Dauerausstellung; aufwertende Gestaltung des Domplatzes gemeinsam mit der Stadt Meissen, die auch einen Aufzug und ein Parkhaus am Burgberg errichtet) verstärkt.

Auch daran lässt sich ablesen: Sachsen bewahrt sein kulturelles Erbe, setzt auf Qualität und Stil und präsentiert es eindrucksvoll. Dazu gehört auch, die historischen Bauwerke mit Leben zu erfüllen. Mit rund 900 Veranstaltungen kommt die Schlösserverwaltung diesem Anspruch nach.

Ein Ausblick:
Sowohl die Fülle als auch die Vielfalt des diesjährigen Veranstaltungsangebotes ist beeindruckend. Highlight des Jahres ist wieder die „2. Pillnitzer Schlossnacht“ am 8. August. Feste Größen im Veranstaltungskalender der Schlösser sind auch die Blumen- und Gartenschau im Klosterpark Altzella, das Großsedlitzer Gartenfest und die Internationalen Oberlausitzer Leinentage im Barockschloss Rammenau. Besuchermagneten sind auch immer wieder interessante Ausstellungen. So lädt Schloss Rochlitz seine Besucher 2009 unter dem Titel „Spurensuche - 1000 Jahre Schloss Rochlitz“ ein, Schloss Pillnitz stellt vor allem den Maler, Zeichner und Kunsttheoretiker Christian Leberecht Vogel in den Fokus der Aufmerksamkeit, aber auch auf der Burg Gnandstein, in Rammenau, in Moritzburg, auf Königstein und auf der Meißner Albrechtsburg haben Ausstellungsmacher Interessantes, Wissenswertes und Spannendes für uns zusammen getragen.

Schlösserdirektor Dr. Christian Striefler dazu:“ "Wir wollen unseren Gästen aus nah und fern Freude bereiten und sie dabei auch ein wenig kulturhistorisch bilden. Das Palmenhaus in Pillnitz ist der ideale Ort für unsere Saisoneröffnung, denn dort verbinden sich historisches Gebäude und eine prachtvolle, exotische Pflanzenwelt auf bemerkenswerte Weise." 
Historie und Bepflanzung des Palmenhauses:
Das Palmenhaus zählte bei seiner Erbauung 1859 zu den modernsten gusseisernen Skelettbauten (Gesamtlänge: fast 94 m, Fläche: 660 m²). Der wie ein Glaskristall wirkende Mittelbau (Oktogon), ist 12 m hoch und hat einen Durchmesser von 15 m. Es präsentiert die Bau- und Gartenkultur des Zeitalters der „Industriellen Revolution“.

Nutzungs- und Erhaltungsprobleme gab es früh in der Geschichte des Palmenhauses (auch deshalb sind keine Reste des einst europaweit bekannten Pflanzenbestandes mehr erhalten). Nach Instandsetzung in den 50er Jahren  des 20. Jahrhunderts verwahrloste der Bau in den 70er Jahren komplett. Ruinös wurde sein Zustand in den 80er Jahren. Dass es nicht zum totalen Abbruch kam, ist dem Gartenmeister, dem Landesamt für Denkmalpflege und dem Grünflächenamt Dresden zu verdanken. Der Freistaat Sachsen übernahm das Palmenhaus 1993. 40 Jahre nach der Schließung und 150 Jahre nach Baubeginn erstrahlt es nun wieder in neuem Glanz.

Das neue Bepflanzungskonzept folgt lediglich hinsichtlich der Pflanzenherkunft der historischen Nutzung. Aus der einstigen Überwinterungsstätte ist ein attraktives Schauhaus geworden. Pflanzen aus dem südlichen Afrika und Australien haben hier ihre neue Heimat gefunden. In Kalt- und Warmhäusern sind heute die Nationalblume Südafrikas, die Königsprotea (Protea cynaroides), die Paradiesvogelblume (Strelizia reginae), der Zuckerbusch, der Zylinderputzer, verschiedene Palmfarne oder Akazien zu finden. Und natürlich dürfen die Palmen nicht fehlen, wie die Nikau-Palme, die australische Schirmpalme oder die Kentiapalme. Der interessierte Besucher kann von nun an das Werden und Gedeihen der teilweise noch jungen Pflanzen miterleben und wird bemerken, dass mit der Gestaltung der Pflanzflächen ein Bezug zum Heimatstandort beabsichtigt ist. Dem Besucher bietet sich so in komprimierter Form die Möglichkeit einer Reise durch ausgewählte Vegetationszonen, beginnend am Kap der guten Hoffnung über die Küsten und üppigen Waldregionen Südafrikas bis hin zu den Regenwäldern Südaustraliens und Neuseelands.

Weitere Informationen zu den Schlössern, Ausstellungen und Veranstaltungen sind im Internetangebot der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen unter www.schloesserland-sachsen.de zu finden.

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