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12.07.2004 | Pressemitteilung

Wie tafelte man früher auf Schloss Moritzburg?

Neue Ausstellung im Schloss: "Was Leib und Seele zusammenhält"



"Sachsens schönste Schlössern, Burgen und Gärten werden immer interessanter und Schloss Moritzburg ist dafür ein Paradebeispiel!"
Mit diesen Worten eröffnete der Direktor der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen, Stéphane Beemelmans die neue Dauerausstellung auf Schloss Moritzburg.

Das Thema dieser neuen Präsentation hört sich eigentlich ganz banal an: Essen und Trinken bei Hof im 18. und 19. Jahrhundert in Augusts Lustschloss. Doch dass es sich hier um eine außerordentlich erstgenommene Angelegenheit handelt, zeigt diese neue Ausstellung.

Nachdem die beiden Ausstellungsräume im Erdgeschoss zusammen mit dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) ein Jahr lang modernisiert wurden, ging es an die Gestaltung der Ausstellung.
Ihr stehen die Objekte aus der ehemaligen Teichfunde-Ausstellung zur Verfügung. Dabei handelt es sich um fragmentarische keramische Gefäße, deren Scherben nach der Bergung aus dem Schlossteich 1992 so weit als möglich neu verklebt worden sind.

Die große Anzahl an Gefäßformen, wie Teller, Krüge, Töpfe, Flaschen, Tassen u. a. m. zeigt einen breiten Schnitt durch die Gebrauchskeramik im Küchenbereich des 18./19. Jahrhunderts. Dabei ist das unterschiedliche Material der Gefäße von großer Bedeutung: Steinzeug, Hafnerkeramik, Steingut, Porzellan und Fayence präsentieren das gesamte Spektrum keramischen Kunsthandwerkes. Einige Scherben von Gläsern, die teils den Willkommensgefäßen der Schlossausstellung zugerechnet werden können, komplettieren die Sammlung.


Der Besucher erfährt, wie der Küchenbetrieb des Schlosses vor etwa 300 Jahren funktionierte, wie die Hofküche angelegt und ausgestattet war und wie es mit der Hofkonditorei und der Kellereiwirtschaft bestellt war.
Und das Thema: "Tafelkultur am sächsischen Hof" vervollständigt die Ausstellung. Anhand der Tafelsitzpläne und Menüfolgen kann der genaue Ablauf dieses zeremoniell höchstwertigen Hofspektakels nachvollzogen werden.
Erhalten haben sich ebenfalls die genannte Einlogierungspläne, die die genaue Zimmeraufteilung beim Aufenthalt der Herrschaft in Moritzburg dokumentieren. So wird der Bogen geschlagen zum Funktionieren des gesamten Hofstaates, der sich bei einem Aufenthalt in Moritzburg in Bewegung setzte. Die streng hierarisch gegliederte Leitung des Hofstaates durch den Oberhofmarschall und dem nächstfolgenden Oberküchenmeister belegt die hohe Wertigkeit, die dem Essen und dem Tafeln zugesprochen wurde.

"Die Zeiten seit damals haben sich drastisch verändert, aber diese Ausstellung zeigt, dass die Esskultur immer ein wichtiger Bestand der Gesamtkultur einer Region ist - auch und gerade hier in Sachsen" schloss der Schlösserdirektor seine Begrüßung.

Die Ausstellung ist täglich in der Zeit von 10.00 bis 17.00 Uhr während der Öffnungszeiten von Schloss Moritzburg zu besichtigen.

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