Gräfin Cosel die Mätresse des Königs

Gräfin Cosel (1680 – 1765) gehört zu den schillerndsten Gestalten der sächsischen Geschichte. 1680 als Anna Constantia von Brockdorff geboren, heiratete sie 1703 den sächsischen Obersteuereinnehmer Adolf Magnus von Hoym, dem sie nach Dresden folgte. Doch schon kurz darauf eroberte sie das Herz August des Starken ‒ und wird seine offizielle Mätresse im Hofstaat des Dresdner Residenzschlosses. Folgen Sie dieser fesselnden Liebesgeschichte zu den Originalschauplätzen im Schlösserland Sachsen.

Residenzschloss Dresden 05

Residenzschloss Dresden - Feiern & Lieben (A)

Anna Constantia erhielt von August dem Starken den Titel »Reichsgräfin von Cosel«. Er gab seiner Geliebten, die ihm drei Kinder schenkte, sogar ein schriftliches Heiratsversprechen. Über sieben Jahre begleitet die Cosel August den Starken im Alltag und bei Festlichkeiten. Damit sie ohne Umwege zu ihrem König gelangen konnte, erhielt ihr Stadtpalais ‒ das Taschenbergpalais ‒ einen Übergang zum Schloss.

Im Dresdner Residenzschloss sind heute die weltberühmten Schätze der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu bewundern. Vom Hausmannsturm haben Sie einen grandiosen Blick auf Dresdens Innenstadt, die Brühlsche Terrasse, den Dresdner Zwinger und die Frauenkirche Dresden.

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Weiter zu Station B - Schloss & Park Pillnitz: ca. 14 km

Schloss & Park Pillnitz - Ungnade (B)

August der Starke erwarb das Schloss Pillnitz für seine berühmteste Mätresse. Gräfin Cosel machte sich jedoch am Hof viele Feinde, als sie versuchte, in politische Entscheidungen einzugreifen. Nachdem sich August der Starke einer anderen Frau zuwandt, geriet sie ins Abseits und zog sich 1713 nach Pillnitz zurück. Ein Teil der Gartenanlage geht auf ihre Wünsche zurück. Schließlich flüchtete sie 1715 nach Berlin, weil sie nicht bereit war, August dem Starken sein schriftliches Heiratsversprechen zurückzugeben.

In der direkt an der Elbe gelegenen Schloss- und Parkanlage Pillnitz finden Sie die 250 Jahre alte japanische Kamelie, die Orangerie und das Palmenhaus. Das Schlossmuseum zeigt eine Dauerausstellung zur Schlossgeschichte.

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Weiter zu Station C - Schloss Nossen: ca. 60 km

Schloss Park Pillnitz Lustgarten 2
Schloss Nossen Park

Schloss Nossen - Flucht (C)

Nach ihrer Flucht von Pillnitz wurde Gräfin Cosel bei ihrer Ankunft in Berlin 1716 an August den Starken ausgeliefert. Auf ihr lastete der Vorwurf des Landesverrates. Auf dem Rückweg erkrankte sie schwer und musste auf Schloss Nossen dreißig Tage lang gepflegt werden. 40 Mann bewachten sie, um Flucht und Briefverkehr zu verhindern. In welchem Schlossflügel man die prominente Gefangene unterbrachte, ist nicht überliefert. August der Starke ordnete am 9. Dezember 1716 an, Gräfin Cosel auf die Festung Stolpen zu verlegen. Die Ausstellung und Schlossführungen auf Schloss Nossen behandeln auch die Zeit von Gräfin Cosels unfreiwilligem Aufenthalt.

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Ausflugstipp: ca. 3 km bis zum Klosterpark Altzella

Weiter zu Station D - Burg Stolpen: ca. 75 km

Burg Stolpen - Gefangenschaft & Tod (D)

Nachdem es der Gräfin besser ging, wurde Sie am 24. Dezember 1716 unter strengen Vorsichtsmaßnahmen auf die Burg Stolpen gebracht. 49 Jahre sollte sie dort als Gefangene leben und schließlich 1765 auch sterben. Heute sind im Johannisturm (auch Coselturm genannt) die Wohnräume der Gräfin zu besichtigen. Ausgestellt werden eines ihrer wenigen erhaltenen Porträts, ihre Gebrauchsgegenstände und Mitschriften. In der ehemaligen Burgkapelle liegt ihre Grabplatte.

Mythos und Wahrheit, Legenden und Wirklichkeit vermischen sich in der Gräfin wie bei kaum einer anderen historischen Persönlichkeit. Die Sonderführung »Der Schatz der Gräfin Cosel« prüft auf der Grundlage der authentischen Örtlichkeiten ihr abenteuerliches und schicksalhaftes Leben auf seinen belegbaren Kern. (Sonderführung auf Voranmeldung)

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Burg Stolpen Aussenansicht Basaltgestein Burgberg