Auf den Spuren des ersten Sächsischen Heiligen Bischof Benno von Meißen

Die Geschichte des ersten sächsischen Heiligen bewegte mitten in Europa über Jahrhunderte die Menschen. Von Sachsen über Bayern bis nach Rom. Es ist eine Geschichte von Macht, Glaube und Politik - Eine Geschichte von Reformation und Gegenreformation, Heiltümern und Heiligsprechung.

Folgen Sie den Spuren Bischof Bennos an die Orte seiner Vergangenheit und erfahren Sie mehr über das Leben, Wirken und den Mythos des Bischofs.

Albrechtsburg Meissen (A)

Von 1066 bis 1106 war der in Hildesheim geborene Benno Bischof von Meißen. Ihm werden verschiedene Wunder zugeschrieben – das wohl bekannteste ziert sogar das Wappen des Bistums: 1085 musste Bischof Benno sein Bistum verlassen. Kurzerhand schloss er die Kathedrale ab, warf den Schlüssel in die Elbe und begab sich auf einen Bußgang zum Papst. Als dieser ihn erneut zum Bischof ernannte, kehrte Benno nach Meißen zurück. Unerkannt gelangt der neue, alte Bischof in ein Gasthaus, in dem ihm ein Fisch serviert wurde. Als der Wirt diesen aufschneidet, fiel der Domschlüssel, den Benno einst in die Elbe geworfen hatte, aus dem Fischbauch. Für die Menschen war damit klar: Der richtige Bischof war heimgekehrt.

Begeben Sie sich auf die Spur Bennos durch Sachsen!

Weiter zu Station B - Katholische Hofkirche Dresden, ca. 26 km

Blick über die Elbe auf die Albrechtsburg in Meissen
St Benno Kapelle in der Hofkirche Dresden

Dresdner Hofkirche (B)

Seit 1980 ist sie die Kathedrale des Bistums Dresden-Meißen: die Dresdner Hofkirche. Bis heute erfährt der heilige Benno hier, unter anderem mit einer ihm gewidmeten Kapelle, eine besondere Verehrung.

Nach den schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg galten die erhaltene Kapelle und der zugehörige Glockenturm als Zeichen der Hoffnung. Im Juni 1945 wurde hier der erste Gottesdienst nach Kriegsende gehalten. Anlässlich der Weihe der wiedererrichteten Kirche am 8. Juli 1962 schenkten Erzbischof Julius Kardinal Döpfner und das Münchner Metropolitankapitel der Dresdner Hofkirche die Mitra des Heiligen.

Weiter zu Station C - Burg Stolpen, ca. 27 km

Burg Stolpen (C)

Zu Beginn der Reformation in Meißen, kurz bevor das Baldachingrab Bischof Bennos zerschlagen wurde, brachte man seine Gebeine und kostbare Reliquien in die Burg Stolpen. Als diese 1959 in kursächsischen Besitz gelangt, wurden die Reliquien nach München zum bayrischen Herzog Albrecht V. gebracht. Eine kleine Ausstellung erinnert an die Zeit, als Burg Stolpen bischöfliche Residenz und Verwaltungsmittelpunkt des Amtes Stolpen war. Von der einst reich geschmückten Burgkapelle sind Reste erhalten geblieben. 1953 weihte die katholische Kirche in Stolpen eine neue Kapelle ein, unter deren Altar sich heute wieder eine Reliquie des heiligen Benno befindet.

Weiter zu Station D - Dom und Domschatzkammer Bautzen, ca. 45 km

Die Bischof-Benno-Ausstellung im Kellergewölbe der Burg Stolpen
Foto: Frank Hoehler
Spuelbeck Bischofskreuz Domschatzkammer Bautzen

Domschatzkammer Bautzen (D)

Seit seiner Gründung im 13. Jahrhundert gilt der Dom St. Petri zu Bautzen als Zentrum der katholischen Kirche in der Oberlausitz. Die katholisch gebliebenen Gebiete des ehemaligen Bistums Meißen wurden 1570 dem Bautzner Kollegialkapitel übertragen und waren damit unmittelbar dem Papst unterstellt. 1921 wurde das Bistum wiedererrichtet und unter den Schutz des heiligen Benno gestellt. Das Bautzner Dekanatsgebäude war bis 1980 Amtssitz des Bistums. Dom und Domschatzkammer erinnern seit 1985 mit religiöser Kunst an den heiligen Bischof Benno von Meißen.