Auf den Spuren der Reformation 500 Jahre Reformation in Sachsen

Am 31. Oktober 1517 veröffentlichte Martin Luther 95 Thesen gegen den Ablasshandel. Sein berühmter Thesenanschlag an die Tür der Wittenberger Schlosskirche gilt als Beginn der Reformation ‒ eine Bewegung, die nicht nur die kirchliche Welt veränderte, sondern auch das Machtgefüge in ganz Europa. Im Rahmen der Lutherdekade »Luther 2017« lädt das Schlösserland Sachsen Sie ein, sich auf die Spuren der Reformation in Sachsen zu begeben. Besuchen Sie die Schauplätze des Schmalkaldischen Krieges, wandeln Sie auf den Spuren von Martin Luther und Katharina von Bora und erleben Sie die Lebens- und Wirkungsstätten sächsischer Reformatoren.

Schloss Rochlitz (A)

Elisabeth von Rochlitz, Witwe des Erbprinzen Johann von Sachsen und große Befürworterin der Reformation, förderte gegen den Willen ihres Schwiegervaters die lutherische Lehre in ihrem Wittum Rochlitz und Kriebstein. Im Schmalkaldischen Krieg vermittelte sie zwischen den Fronten der verfeindeten Fürsten. Tauchen Sie ein in ihre Lebens- und Wirkungsstätte.

Auf Schloss Rochlitz beschäftigt sich die Dauerausstellung »Fett, Einäugig, Revolutionär – Drei Wettiner für tausend Geschichten« mit dem Leben der Rochlitzer Schlossherren. Elisabeth von Rochlitz spielt dabei eine besonders wichtige Rolle.

Weiter zur nächsten Station B - Schloss Colditz, ca. 11 km 

Schloss Rochlitz Spiegelung Wasser
Schloss Colditz Innenhof

Schloss Colditz (B)

Mit seinen weißen Giebeln ist Schloss Colditz eines der schönsten und stilistisch reinsten mitteldeutschen Baudenkmäler des 16. Jahrhunderts. Um 1520 ließ es Friedrich der Weise im Stil der frühen Renaissance umbauen. Von ihm als Jadgschloss genutzt, erlebte Schloss Colditzt seine Blütezeit. Unter der Herrschaft des welterfahrenen sächsischen Kurfürstens arbeitete hier auch Lucas Cranach d. Ä. Bis zu den Bemalungen der Balkendecken sind große Teile der Bauten erhalten geblieben und werden derzeit restauriert.

Weiter zu Station C - Kloster Nimbschen, ca. 13 km

Kloster Nimbschen (C)

Gegründet 1243, beherbergte der Nimbschener Konvent um 1520 ca. 40 Nonnen. Als das reformatorische Gedankengut Luthers auch im Kloster Einzug hielt, fassten einige von ihnen einen wagemutigen Plan, in der Osternacht 1523 über Torgau nach Wittenberg zu fliehen. Zu ihnen zählte auch Katharina von Bora, die später Martin Luthers Frau wurde.

Nach dem Tod der letzten Äbtissin wurde 1536 die Klosterwirtschaft aufgelöst und verpachtet. Heute erinnern nur noch Ruinen daran. Im Hotel Kloster Nimbschen aber kann man sich beim original »Nimbschener Luthermenü« Martin Luther und Katharina von Bora einen Besuch abstatten.

Weiter zu Station D - Schloss Hartenfels, ca. 56 km

Aussen Ruine
Schloss Hartenfels Sommer Spiegelung

Schloss Hartenfels (D)

Nur ein Jahr nach der Leipziger Teilung 1485 ließ Kurfürst Friedrich III. (der Weise) in Torgau das Schloss Hartenfels zur neuen Hauptresidenz der ernestinischen Linie ausbauen. Er war es auch, der in Wittenberg die Universität Alma Mater Leucorea eröffnete. Und er war es, der Martin Luther freies Geleit zusicherte und ihn auf die Wartburg bringen ließ, als dieser auf dem Reichstag zu Worms geächtet wurde.

Auch Katharina von Bora setzte auf die Sicherheit und das Wohlwollen der Stadt und floh 1546 und 1547 vor dem Schmalkaldischen Krieg hierher. Über den Torgauer Museumspfad gelangt man von Schloss Hartenfels zur Katharina-Luther-Stube, ihrem Sterbeort, und zur Marienkirche, wo sie begraben liegt.

Weiter zu Station E - Schloss Augustusburg, ca. 132 km

Schloss Augustusburg (E)

Die »Krone des Erzgebirges« thront schon seit mehr als 400 Jahren über der Zschopau. Während der Reformation noch als Burg Schellenberg bekannt, war das Schloss Schauplatz im Schmalkaldischen Krieg 1546/47. Das Altarbild in der Schlosskirche stammt von Lucas Cranach dem Jüngeren, einem bedeutenden Künstler der Reformation. Das Meisterwerk hat seinen Bestimmungsort seit der Weihe der Kirche nie verlassen.

Schloss Augustusburg Ansicht Aussen