Matthäus Daniel PöppelmannDer geniale Baumeister von August dem Starken

Wer war dieser Mann, der seine Karriere mit einer entgeltlosen Arbeitsstelle begann und sich bis zum Leiter des Oberbauamtes befördert wurde?
Geboren wurde Matthäus Daniel Pöppelmann 1662 im westfälischen Herford und kam mit etwa 18 Jahren nach Dresden. Er arbeitete sich mit viel Fleiß im Bauamt nach oben, obwohl er Bauingenieur war.

Pöppelmann war vielseitig begabt und verstand es, nicht nur den hochherrschaftlichen Bauwerken Glanz und Prunk zu verleihen, sondern er befasste sich auch mit Dresdner Stadtbauten, Deichen und Straßen. Verschiedene Bildungsreisen führten ihn durch ganz Europa. Die neuen Eindrücke verschmolzen zum noch heute sichtbaren typischen sächsischen Barock und machen ihn zu dem bedeutendsten Vertreter des sächsisch-augusteischen Stils. Eine etwas ungewöhnliche Aufgabe vollbrachte Pöppelmann 1730 zum Zeithainer Lager: Er baute einen überdimensionalen Ofen mit dem der Bäckermeister einen Riesenstollen backte. Dieser wurde dann in das Zelt des Kurfürsten gebracht und ihm und seinen Gästen überreicht, noch heute eine beliebte Tradition auf dem Dresdner Weihnachtsmarkt.

Dresdner Zwinger (A)

Der südwestliche Teil der Dresdner Festungsanlage ist heute das Markenzeichen von Dresden. Nur wer den Zwinger besucht hat, kann auch den Stolz der Sachsen auf ihr Land ganz verstehen. Das Gesamtkunstwerk aus dem Hochbarock  verzaubert den Besucher durch seine Heiterkeit und die Vielfalt der Einzelformen und Skulpturen. Es begann alles mit dem von Pöppelmann geplanten und von August dem Starken in Auftrag gegebenen Bau einer Orangerie für die seltenen südländischen Gewächse. Diese sollten an der Westseite der Festung ein vor Wind und Wetter geschütztes Haus bekommen. Später wurden die Pläne umgesetzt, die beiden Pavillons und die Orangerie zu einem Festplatz zu verbinden. Einen Kollegen fand Pöppelmann in Balthasar Permoser, der die Gesamtkonzeption des Figurenschmucks im Zwinger übernahm. Er war einer der bedeutendsten Bildhauer des Barock. Ab 1728 zogen die  Dresdner Sammlungen in den Zwinger ein - mit ihr, berühmte Werke der Rüstkammer und der Porzellansammlung.

Weiter zu Station B - Barockgarten Großsedlitz, ca. 19km

Barockgarten Großsedlitz (B)

Der Barockgarten Großsedlitz war für August den Starken ein besonders wichtiges Projekt: Er sollte Austragungsort des Fests des Polnischen Weißen Adlerordens werden. Dafür kaufte der Kurfürst seinem Generaladjutant der Sächsischen Armee, Graf von Wackerbarth, 1723 den Park und das Schloss ab und ließ alles nach eigenen Plänen umgestalten. Mit dem Umbau des dreiflügligen Friedrichsschlösschens wurde unter anderem Matthäus Daniel Pöppelmann betraut. Aus Geldnöten mussten die Ausbauarbeiten jedoch gestoppt werden und das von Pöppelmann für die Anlage entworfene Schloss kam nie zur Ausführung. Sollte der Barockgarten ursprünglich noch bis zu 96 ha umfassen und als sächsisches Versailles die Gäste beeindrucken, gestaltete man letztlich nur 12 ha. Aber allein diese 12 ha machen Großsedlitz zur bedeutendsten Gartenschöpfung des 18. Jahrhunderts in Sachsen. Heute zeigt sich das weitläufige terrassierte Gelände mit zwei Orangerien, Wasserspielen und rund 60 Skulpturen als wunderbares Gartenkunstwerk, das zu idyllischen Spaziergängen einlädt.

Weiter zur Station C - Schloss & Park Pillnitz, ca. 14km

Schloss & Park Pillnitz (C)

In den Entwürfen Pöppelmanns zum Schloss & Park Pillnitz war es geplant, einen Ort sommerlichen Vergnügens zu schaffen. Dieser sollte sowohl repräsentativ als auch heiter auf die Gäste wirken. August der Starke schenkte das Anwesen einst seiner Mätresse Gräfin Cosel. Nachdem diese in Ungnade gefallen war, ließ er das Anwesen zu einem Lustschloss umbauen. Nach Plänen von Matthäus Daniel Pöppelmann wurde ab 1720 mit dem Bau des Wasser- und Bergpalais begonnen. Die grandiose, direkt an der Elbe gelegene Schloss- und Parkanlage gilt als bekanntes Beispiel des chinoisen Stils, der die Architektur des fernen Ostens mit der des Barock verschmelzen lässt. Am besten nähert man sich dem Lustschloss mit den markanten Dachformen auf einem Elbdampfer. Denn auch die ehemaligen Besitzer und deren Gäste zogen dem Landweg häufig den Wasserweg vor und ließen sich gern mit phantasievoll gestalteten Gondeln auf der Elbe spazieren fahren.

Weiter zu Station D - Schloss Moritzburg, ca. 30km

Schloss Moritzburg (D)

Schon Mitte des 16. Jahrhunderts erkannte Herzog Moritz die Wälder nordwestlich der Residenzstadt Dresden als vorzügliches Jagdgebiet. Und so dauerte es nicht lange, bis er sich hier ein Schloss errichtete. August der Starke ließ 1723 die Anlage von Pöppelmann umgestalten. Dieser vereinigte die vier miteinander verbundenen Wehrtürme mit dem Haupthaus und stockte die Türme um eine Etage auf. In Moritzburg können Sie ein Gesamtkunstwerk europäischen Rangs sehen, dass sich durch die künstlich angelegten Teiche und die acht Teichhäuser in die Landschaft einfügt. Die prachtvollen Ledertapeten und eine der bedeutendsten Jagdtrophäensammlungen Europas sind nur zwei der Schätze von Schloss Moritzburg. Das »Federzimmer« wurde sogar mit dem »Europäischen Preis zum Erhalt des kulturellen Erbes« ausgezeichnet. Weit über eine Million farbiger Vogelfedern wurden in diesem Raum zu einem einmaligen Kunstwerk zusammengefügt.

Weitere Ausflugtipps

Auch für eine Neugestaltung des Dresdner Residenzschlosses wurde Pöppelmann beauftragt. Aus Geldmangel wurden diese Pläne jedoch nie ausgeführt. Fast achthundert Jahre Geschichte spiegeln sich im sächsischen Residenzschloss wider, das nicht nur Sitz von Herrschern, sondern stets auch kultureller Mittelpunkt der sächsischen Hauptstadt war. Im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, ist es heute in alter Schönheit wiederhergestellt und beherbergt eine der größten Kunstsammlungen Europas, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Im Palais Großer Garten Dresden können Sie sich mit den Vorgängerbauten, dem Frühbarock, auseinandersetzen. 1678 bis 1683 wurde das Palais durch den Oberlandbau- meister Johann Georg Starcke erbaut, der Stilelemente der italienischer Renaissancevillen in den Entwurf mit aufnahm, aber auch den Typus des Lusthauses mit der damals neuen, in Frankreich entstandenen Form des Schlossbaus.

Übernachtungstipp

Das privat geführte Schloss Hotel Dresden-Pillnitz liegt nur wenige Meter entfernt von den vielen kleinen und großen architektonischen und botanischen Attraktionen, die die Vielfalt der einzigartigen Schlossanlage ausmachen.

Der ehemalige Herrensitz von August dem Starken, die Pension »Zur Königlichen Ausspanne« liegt ca. 2,5 km stadteinwärts vom Schloss Pillnitz entfernt. Die Sehenswürdigkeiten der Dresdner Innenstadt, wie die Porzellansammlung oder den Fürstenzug, erreichen Sie innerhalb von zwanzig Minuten bequem mit Bus, Bahn oder per Dampfschiff.

Auch in Moritzburg können Sie königlich übernachten. Die Churfuerstliche Waldschaenke Moritzburg verbindet Natur und Kultur in malerischer Lage am Fasanenschlösschen.

Im Pillnitzer Schlosspark können zwei Ferienhäuser angemietet werden. Das »Kleine Wächterhaus« bietet im Stil eines Landhauses bis zu vier Personen Platz. Das »Trompeterhaus« im Stil eines Gartenhauses eignet sich besonders für einen romantischen und ruhigen Aufenthalt für zwei Personen.

Anreise & Routenplanung

Freier Eintritt & Vergünstigungen

Jahreskarte Park Pillnitz

Schloss Rochlitz ab 01. Mai 2014

Ferienspaß für Königskinder